Seidl zündet den turbo, schablas schlägt nach 31 sekunden ein: die rekord-show des 23. spieltags

Die Meistergruppe hatte ihren ersten Torjäger – und wie. Nach 159 Minuten Sturm und Drang war es Rapid-Kapitän Matthias Seidl, der in Salzburg den Bann brach. Ein Schlenzer, ein Aufschrei, ein Sieg. Damit nicht genug: In Wien war Matteo Schablas noch schneller, traf nach 31 Sekunden mit seinem ersten Bundesliga-Schuss sein erstes Bundesliga-Tor. Rekord, Startelf-Debüt, Favoriten-Dämpfer – alles in einem Abwasch.

Der tag, an dem die zeitlupe versagte

Seidl war nicht einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er erinnerte daran, warum Rapid in dieser Saison zwei Mal die Bullen ärgern konnte: durch konsequentes Verteidigen und einen Anführer, der weiß, wann der Gegner nachlässt. Die Salzburger hatten 67 Prozent Ballbesitz, aber nur eine Großchance – und die parierte Paul Gartler. Die Nullnummer zum Auftakt der Meistergruppe war vergessen, Seidls Treffer in Minute 159 war das Signal: Rapid mischt wieder mit.

In der Frank-Hüttel-Gasse feierten die Fans bis in die Nacht, denn der letzte Doppelsieg gegen Salzburg liegt 29 Jahre zurück. Damals trugen die Salzburger noch Violett, Rapid spielte in Grün-Weiß – und die Meistergruppe war noch kein Thema. Heute zählen drei Punkte, und die Wiener haben sie dank Seidl.

Schablas und das kunststück der sekunde

Schablas und das kunststück der sekunde

Während Seidl die Uhr zurückstellte, stellte Schablas sie fast still. 31 Sekunden brauchte der 21-Jährige, um Sturm-Goalie Kjell Scherpen zu überwinden. Noch nie seit der Datenerfassung 2013/14 hatte ein Bundesliga-Neuling beim Startelf-Debüt in der ersten Spielminute getroffen. Die Austria lag plötzlich vorne, das Franz-Horr-Stadion tobte – und Schablas? Lächelte wie ein Lotto-Millionär, der seinen Schein vergessen hatte.

Doch die Freude währte nur 25 Minuten. Sturm drehte auf, Otar Kiteishvili schraubte seinen persönlichen Doppelpack-Konto auf sieben. Zweimal traf er bereits gegen die Austria, ein Georgier mit Wiener Adresse. Die Grazer gewannen 5:2, die Austria kassierte die höchste Heimniederlage der Saison. Schablas’ Tor wird in den Statistikbüchern stehenbleiben, die Niederlage auch.

Hartberg schreibt geschichte mit rekord-elf

Hartberg schreibt geschichte mit rekord-elf

Wer dachte, TSV Hartberg sei nur ein Aufbaugegner, wurde belehrt. Die Steirer blieben beim 0:0 in Linz zum achten Mal in Serie ungeschlagen – Rekord. Trainer Christian Ilzer setzte dabei auf die jüngste Startelf der Klubgeschichte: 23 Jahre und 16 Tage Durchschnittsalter. Die Kids spielten mit der Geduld von Senioren, Sascha Horvath lenkte das Mittelfeld, Youba Diarra räumte ab. LASK-Tormann Tobias Lawal hielt zwar seinen Kasten sauber, aber die Hartberger zeigten: Sie sind bereit für die Europacup-Träume.

Die Nullnummer war auch ein Duell der beiden besten Passgeber der Runde: Andrés Andrade spielte 20 Bälle ins letzte Drittel, Horvath 18. Kein anderes Spiel hatte zwei Spieler mit solchen Zahlen. Hartberg ist nicht mehr der Underdog, sondern der Gast, den sich keiner wünscht.

Ried verwandelt zweimal vom punkt – und ouédraogo träumt weiter

Ried verwandelt zweimal vom punkt – und ouédraogo träumt weiter

In Altach wurde die SV Ried zur ersten Mannschaft der Saison, die zwei Elfmeter in einem Spiel verwandelte. Marcel Ziegl und Ante Bajic ließen sich nicht beirren, Tirol ging leer aus. Die Rieder haben nun 11 Punkte aus den letzten fünf Spielen – ein Formwert, der sie aus dem Keller katapultiert.

Währenddessen jagt Mohamed Ouédraogo die Linzer in seinen Träumen. Der Burkinabe traf beim 3:1 gegen Blau-Weiß Linz dreimal – alle seine vier Bundesliga-Tore hat er gegen die Oberösterreicher erzielt. Der GAK feierte mit dem 2:0 gegen den Wolfsberger AC den zweiten Sieg im dritten Spiel, Ramiz Harakaté liefert seine 11. direkte Torbeteiligung. Der Grazer Aufstieg ist kein Zufakt mehr, er ist ein Plan.

Die 23. Runde war ein Fest der Erstlinge und der Rekorde. Seidl, Schablas, Ouédraogo – sie alle schrieben ihre eigenen Geschichten. Die Meistergruppe hat ihren Rhythmus gefunden, und das Rennen um Europa wird enger. Noch sieben Spieltage, noch 21 Punkte. Wer jetzt zögert, verliert. Wer trifft, gewinnt. Die Bundesliga ist wieder da – und sie ist lauter denn je.