Sechs jahre ksc: christian eichner blickt zurück – „gott sei dank habe ich auf meine frau gehört“

Sechs jahre beim karlsruher sc: trainer christian eichner erinnert sich

Karlsruhe – Am Dienstag feierte Christian Eichner sein sechsjähriges Jubiläum als Trainer des Karlsruher SC. Im Gespräch mit dem SWR Sport blickt der Coach auf bewegte Zeiten zurück und erzählt, wie eine Entscheidung seiner Frau seine Karriere veränderte.

Von der interimslösung zum dauerbrenner

Als Christian Eichner vor sechs Jahren die Nachfolge von Alois Schwarz antrat, ahnte kaum jemand, dass er so lange beim KSC bleiben würde. „Nein, ich habe damals wirklich von Woche zu Woche gedacht“, so Eichner im Interview. Begonnen hatte alles als Interimslösung. „Ich hatte ja selbst noch nie eine Mannschaft trainiert.“ Er war zuvor Co-Trainer der U17 und dann bei den Profis unter Marc-Patrick Meister tätig. Die Entscheidung des damaligen Sportdirektors Oli Kreuzer, ihm das Vertrauen zu schenken, sei mutig gewesen.

Die entscheidung für den trainerjob

Die entscheidung für den trainerjob

Eichner erinnert sich an einen Moment, der seine Karriere entscheidend beeinflusste. „Ich werde den Tag nie vergessen, als ich die Zusage für den Fußballlehrer bekommen habe. Ich saß draußen mit meiner Frau, es war schönes Wetter.“ Er hatte Zweifel, ob er der Aufgabe gewachsen sei. „Ich wollte zumindest versuchen, das parallel mal zu starten, zu schauen, wohin es mich führt.“ Letztendlich war es seine Frau, die ihn ermutigte, den Weg des Trainers zu gehen. „Gott sei Dank, die absolut richtige Entscheidung, damals auf meine Frau zu hören.“

Gemischte gefühle nach sechs jahren

Gemischte gefühle nach sechs jahren

Rückblickend sei die Zeit beim KSC eine Achterbahnfahrt gewesen. „Ach, gemischt glaube ich. Es ist eine unfassbar lange Zeit.“ Er bedauere zwar manche verpasste Chancen, aber insgesamt sei es eine „unvergessliche Zeit“ gewesen. „Wir würden nicht hier sitzen, wenn es nichts Besonderes wäre.“

Ständiger druck und die frage nach der zukunft

Ständiger druck und die frage nach der zukunft

Eichner gesteht, dass er jedes Jahr um seinen Job bangen musste. „Jedes Jahr. In unterschiedlicher Art.“ Er spricht offen über den Druck, der auf einem Trainer lastet, und die ständige Ungeduld der Verantwortlichen. „Ich glaube, die werden ähnlich ungeduldig sein wie ich.“ Er betont die Bedeutung eines guten Verhältnisses zwischen sportlichen und wirtschaftlichen Zielen.

Wechselangebote und loyalität

Wechselangebote und loyalität

Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Angebote anderer Vereine. „Es haben sich immer mal wieder Vereine erkundigt.“ Zwei Mal war er kurz davor, den KSC zu verlassen. „Da war schon die ein oder andere schwere Nacht dabei.“ Doch er entschied sich jedes Mal, zu bleiben und die Chance zu nutzen, mit dem KSC etwas zu erreichen. „Ich konnte die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht im Stich lassen.“

Blick in die zukunft und die verbundenheit zum schwabenland

Blick in die zukunft und die verbundenheit zum schwabenland

Auf die Frage, wo er sich in fünf Jahren sieht, antwortet Eichner: „Es wäre cool, wenn ich noch im Job wäre.“ Er schätzt die Zeit am Samstag um 15:30 Uhr, die ihn seit seiner Kindheit begleitet. Privat ist er dem Schwabenland verbunden, obwohl er kein Fan des VfB Stuttgart ist. Seine Tochter hingegen ist sowohl KSC- als auch FC-Köln-Fan.

Der derby-wunsch und die bedeutung der familie

Der derby-wunsch und die bedeutung der familie

Eichner wünscht sich, dass der KSC bald wieder in der Bundesliga spielt. „Am liebsten würde ich es mit dem KSC erreichen.“ Er betont die Bedeutung seiner Familie und die Unterstützung, die er von seiner Frau und seiner Tochter erfährt. „Der einzige und letzte Derbysieg von uns in der 2. Liga, den hätte ich den Zuschauern von uns gewünscht.“