Schweizer eishockey-nati startet heimliche generalprobe in der slowakei

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft schlägt zurück – und das gleich zweimal. Am 16. und 17. April tritt Patrick Fischers Auswahl in der Slowakei gegen Olympienviertelfinalist Slowakei an, um sich für die Heim-WM in Zürich und Fribourg zu schärfen. Die Message dahinter: Wir sind bereit, auch wenn die NHL-Stars fehlen.

Fischer setzt auf frische statt auf stars

Der Trainer nominiert seine erste Truppe aus Spielern, die in der National League bereits ausgeschieden sind. Kein Zufall. Wer nicht in die Playoff-Halbfinals einzieht, bekommt jetzt die Chance, sich für das Turnier ab 9. Mai zu empfehlen. Die Logik: Erschöpfung ist kein Thema, Dampf schon.

Die Wahl fiel auf die Slowakei, weil dort Olympia-Rang vier und ein ähnlicher Spielstil warten. Hart am Puck, schnelle Umschaltungen, Emotionen hoch – genau das, was die Schweiz in der Gruppenphase erwartet. „Wir wollen sehen, wer unter Druck Lösungen findet“, sagt Fischer, ohne viel zu verraten.

Biel wird zur endstation vor dem grossen kino

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Nach der Osteuropa-Woche geht’s nach Biel. In der Tissot Arena trifft die Nati am 23. und 24. April auf Ungarn – genau den Gegner, den sie am 23. Mai auch in der WM-Gruppe vor heimischem Publikum sieht. Ein Testspiel-Double also, das mehr ist als nur Pflicht. Es ist Psychospiel.

Danach folgen zwei Vorbereitungswochen mit je drei Matches. Erst reist die Schweiz zur Euro Hockey Tour nach Tschechien, dann nach Finnland. Gegner: Schweden, Finnland, Tschechien – das Who-is-Who des europäischen Eishockeys. Wer hier besteht, darf träumen. Wer hier versagt, landet auf der hinteren Reihe.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit Fischers Amtsübernahme hat die Schweiz 58 Prozent ihrer Testspiele gewonnen. Die Tendenz steigt. Die Heim-WM ist keine Schicksalsveranstaltung, sie ist ein Statement. Und Patrick Fischer weiß: Auf eigenem Eis darf man nicht scheitern. Das Publikum vergisst schnell, aber es verzeiht nie.