Schweizer bob-team im zwist: leichtathlet trotz bestzeit aussortiert

Schweizer bob-team im zwist: leichtathlet trotz bestzeit aussortiert

Die Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo ist für das Schweizer Bob-Team von internen Querelen überschattet. Ein Leistungstest zur Auswahl der Anschieber führte zu massiver Kritik und Beschwerden beim Schweizer Verband Swiss Sliding. Im Zentrum der Kontroverse steht die Nicht-Nominierung des Leichtathleten Enrico Güntert, der beim Test die schnellste Zeit vorlegte.

Erfolgsgeschichte deutschland, frustration in der schweiz

Während der deutsche Bob-Pilot Johannes Lochner mit seinem Anschieber Georg Fleischhauer kürzlich Gold gewann und ein eindrucksvolles Ergebnis des deutschen Teams feierte, kämpft die Schweiz mit internen Problemen. Drei Schweizer Männer-Bob-Teams hatten sich für die Olympischen Spiele qualifiziert, doch die Auswahl der Anschieber – drei pro Team plus zwei Ersatzleute – sorgte für erheblichen Unmut.

Der umstrittene leistungstest

Der umstrittene leistungstest

Swiss Sliding entschied sich für eine neue Verteilung der Anschieber, basierend auf einem Leistungstest vom 28. Dezember. Ziel war es, die schnellsten Anschieber den schnellsten Bob-Teams zuzuordnen, um die Medaillenchancen zu maximieren. Enrico Güntert, selbst ein ehemaliger Leichtathlet wie Georg Fleischhauer, zeigte dabei die beste Leistung. Trotzdem wurde er nicht für die Olympischen Spiele berücksichtigt.

„Kein leistungsprinzip erkennbar“

„Kein leistungsprinzip erkennbar“

Güntert zeigte sich gegenüber dem „Blick“ sichtlich enttäuscht und äußerte den Verdacht, dass kein klares Leistungsprinzip angewendet wurde. Auch erfahrene Weltcup-Anschieber wie Dominik Schläpfer und Nicola Mariani kritisierten die Entscheidung und legten Beschwerde ein, die jedoch von Swiss Sliding abgewiesen wurde.

Kritik an mangelnder transparenz

Kritik an mangelnder transparenz

Dominik Schläpfer bemängelte im Interview mit dem „Blick“ die mangelnde Transparenz des Auswahlprozesses: „Bei einigen zählte der Leistungstest, bei anderen wurden plötzlich andere Gründe vorgebracht.“ Auch Nicola Mariani hinterfragte die Motivation des Verbands: „Wenn die neu zusammengestellten Teams schneller wären, hätte ich kein Problem damit, draußen zu sein. Aber das ist ja nicht der Fall.“

Verbands-rechtfertigung: praxis und teamharmonie

Swiss Sliding verteidigte die Entscheidung und betonte, dass alle Teams über die Kriterien informiert wurden. Neben dem Leistungstest spielten auch die Wünsche der Piloten und die Teamharmonie im Viererbob eine Rolle. Bezüglich Enrico Güntert wurde argumentiert, dass er als Quereinsteiger im Viererbob noch mehr Praxis benötige.

Ironie der situation: langsamere anschieber nominiert

Kurioserweise wurde statt Güntert, dem schnellsten Athleten beim Leistungstest, unter anderem Tim Annen nominiert, der beim Test nur die zehntschnellste Zeit erzielt hatte. Im olympischen Rennen fuhr er mit Pilot Timo Rohner auf Platz 15 – das schlechteste Ergebnis der drei Schweizer Bob-Teams. Diese Entscheidung wirft weitere Fragen nach der Nachvollziehbarkeit des Auswahlprozesses auf.

Ausblick und weitere themen

Die internen Streitigkeiten beeinträchtigen die Vorbereitung des Schweizer Bob-Teams auf die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die Situation zeigt, wie wichtig eine transparente und nachvollziehbare Auswahlpolitik im Spitzensport ist. Neben den internen Problemen in der Schweiz bleibt die Frage, wer sich im deutschen Team durchsetzen wird: Francesco Friedrich oder Johannes Lochner?