Schweiz verpasst den coup: die nati attackiert, deutschland gewinnt trotzdem
Basel – Das war kein Testspiel, das war ein K.o.-Kandidat für die Nerven. Die Schweiz schoss drei Tore, schoss sich aber mit vier Gegentreffern selbst ab. 3:4 gegen Deutschland – das Ergebnis klingt nach Amüsierpark, fühlt sich aber an wie ein Vorbote von Katar.
Der moment, als xhaka ging, kam alles ins rutschen
Minute 46, Granit Xhaka verlässt den Rasen. Sekunden später steht Joshua Kimmich frei vor Yann Sommer. 3:2. Die Kurve im St. Jakob-Park schweigt, weil sie ahnt: Das Metronom ist abgestellt. „Wir haben die Ordnung verloren“, sagt Nico Elvedi, „und plötzlich war Kimmich der Regisseur eines Films, in dem wir nur Statisten waren.“
Murat Yakin hatte elf Wechsel gewagt – ein Experiment, das sich wie ein Laborunfall las. Die Sequenz war klar: Wer frisch kam, wirkte planlos. Wer draußen stand, sah hilflos zu. Deutschland dagegen ließ nur dreimal wechseln, behielt seine Struktur, seine Kante, seinen Plan.

Embolo zieht die offensive mit ins kreuzverhör
Breel Embolo traf zum 2:1, aber er jubelt nicht. „Ein Tor nützt nichts, wenn wir hinten das Gift selbst kochen“, sagt er. „Wir waren mutlos im Pressing, zu höflich im Zweikampf.“ Der Stürmer spricht von einem „kollektiven Defizit“, das vor allem vorne beginnt. „Wenn Wirtz und Musiala sich drehen, müssen wir sie foulen, statt ihnen den roten Teppich auszureiten.“
Die Statistik bestätigt seine Wut: Die Schweiz gewann nur 38 % der Zweikämpfe in der zweiten Hälfte, gegen Kimmich sogar nur 25 %. Die deutsche Ballbesitzquote stieg von 58 auf 71 %. „Das ist keine Frage der Technik“, sagt Embolo, „das ist Frage des Bisses.“

Norwegen droht, die wahrheit zu enthüllen
Am Dienstag kommt Erling Haaland. Der Norweger traf in seinen letzten fünf Länderspielen achtmal. Die Schweizer Innenverteidigung kassierte in den letzten drei Spielen sieben Gegentore. „Wir haben 48 Stunden“, sagt Yakin, „sonst wird Haaland zum Prüfer, der unsere Hausaufgaben zerreißt.“
Die WM rückt näher, die Nati steht mit dem Rücken zur Wand. Elvedi blickt nach Katar und sagt: „Wir können nicht mit einem offenen Visier in die Wüste reiten.“ Embolo ergänzt: „Wir müssen wieder gewinnen, sonst wird die beste WM aller Zeiten zur besten Blamage aller Zeiten.“
Basel hat gewarnt. Nun muss Oslo antworten.
