Schweinsteiger packt aus: das dfb-desaster war programmiert

Das hat wehgetan. Wieder einmal steht die deutsche Nationalmannschaft nach dem Sechzehntelfinale auf dem Abstellgleis der WM-Geschichte – das dritte Mal in Folge. Das 1:1 gegen Paraguay und das anschließende Scheitern im Elfmeterschießen (3:4) sind nicht nur ein Unfall, sondern die konsequente Fortsetzung eines Trends, der tief in den Strukturen des deutschen Fußballs wurzelt. Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger zückt den Skalpell und zerlegt die Gründe für dieses Debakel ohne Umschweife.

Die harten wahrheiten hinter dem ausscheiden

Schweinsteiger lässt kein Blatt vor den Mund. Das Passspiel war schlichtweg zu unpräzise, die Ballzirkulation zu starr. Gegen tiefstehende Gegner wie Paraguay braucht es Kreativität, dribbelstarke Individualisten und überraschende Momentaufnahmen – genau das fehlte komplett. Ohne das fußballerische Element wird es schwer, so seine lapidare Erkenntnis. Die Mannschaft fand keine Lücken zwischen den Linien, keine dreidimensionalen Pässe, keine Lösungen.

Aber da ist mehr. Die physische Komponente hat gegen die robusten Vertreter aus Afrika und Südamerika – Elfenbeinküste, Ecuador, Paraguay – eine entscheidende Rolle gespielt. Deutschland wurde im Zweikampfverhalten überrannt, verlor entscheidende Duellen im Zentrum. Wenn du körperlich unterlegen bist, musst du es technisch überkompensieren können. Diese Balance war nicht gegeben.

Nagelsmann unter beschuss – klopp als lösung?

Nagelsmann unter beschuss – klopp als lösung?

Julian Nagelsmann steht massiv in der Kritik. Seine taktischen Ideen blieben im Turnierverlauf blass, die Positionierung auf dem Feld oft konfus. Schweinsteiger bringt Jürgen Klopp ins Spiel – natürlich ein exzellenter Trainer, der den Job unbedingt will. Doch der Weltmeister von 2014 mahnt zur Fairness: Solange Nagelsmann der Bundestrainer ist, sollte man über Alternativen schweigen. Respekt vor dem Amt.

Das aberkannte Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung? Für Schweinsteiger nicht nachvollziehbar, doch er weigert sich, das Scheitern daran festzumachen. Wir hatten 120 Minuten Zeit, stellt er trocken fest. Die Chance wurde vergeben, die Rechnung ist bitter.

Deutschland verpasst zum dritten Mal hintereinander das Achtelfinale. Das ist kein Rückschlag mehr, das ist ein strukturelles Problem. Der deutsche Fußball muss neu denken, neu bauen, neue Wege finden. Die Zeit der bloßen Selbstverständlichkeiten ist endgültig vorbei.