Schwazer verpasst em: "entscheidungen gehören nicht mir"
Ein Schock für die deutsche Leichtathletik: Alex Schwazer, der 41-jährige italienische Kugelstoßer, wird bei den bevorstehenden Europameisterschaften in Birmingham fehlen. Der gebürtige Südtiroler, der kürzlich mit einem neuen italienischen Rekord in der Marathon-Gehen aufhorchen ließ, muss sich mit der Entscheidung der italienischen Leichtathletik-Föderation abfinden.
Die vorgaben der föderation: ein schmaler grat
Die Entscheidung ist bitter, besonders angesichts von Schwazers beeindruckender Leistung bei den deutschen Meisterschaften. Er hatte dort am 26. April einen neuen italienischen Rekord aufgestellt, der ihn zu einem ernsthaften Kandidaten für Birmingham gemacht hätte. Doch die Föderation hatte bereits am 12. April klare Vorgaben gemacht: Nur die besten drei italienischen Athleten der Weltcup-Qualifikation, die bis zu diesem Zeitpunkt die erforderliche Norm erfüllt hatten, würden für die EM nominiert werden. Schwazer, dessen Leistung erst später erfolgte, fiel somit aus dem Raster.
"Ich habe lange mit dem technischen Direktor La Torre telefoniert“, erklärte Schwazer. „Er hat mir mitgeteilt, dass die ersten drei italienischen Athleten der Weltcup-Qualifikation, die die Norm bis zum 12. April erfüllt haben, nominiert werden. Das ist die Entscheidung der Föderation, und ich akzeptiere sie.“ Ein klares Bekenntnis zu sportlicher Fairness, das aber gleichzeitig die Enttäuschung über die verpasste Chance erkennen lässt.

Blick nach vorn: los angeles 2028 und die familie
Trotz der Enttäuschung blickt Schwazer weitgehend positiv in die Zukunft. "Ich habe mein Bestes gegeben und bin mit meiner Leistung zufrieden“, so der Champion von Peking 2008. Die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 scheinen ihm angesichts seines Alters momentan noch fern. „Das ist so weit weg, da denke ich jetzt nicht drüber nach. Ich bin 41 Jahre alt und bewerte die Situation realistisch.“ Stattdessen konzentriert er sich auf seine aktuelle Rolle als Trainer für den Fußballverein FC Südtirol und seine Beratungstätigkeit in einem Luxushotel in Merano.
„Jetzt werde ich mich mehr der Familie widmen und mich erholen“, betont Schwazer. Er wird weiterhin trainieren und seine Leistung beobachten, um zu entscheiden, wie es weitergeht. Domenico Pozzovivo, ein professioneller Radrennfahrer, ist sein aktueller Trainer, nachdem er lange von Sandro Donati betreut wurde. Es bleibt abzuwarten, ob Schwazer noch einmal eine so beeindruckende Leistung wie in Berlin zeigen kann, aber eines ist sicher: Der Sport wird ihn nicht loslassen.
