Schult fordert: profifußball muss für mütter zugänglicher werden
Almuth Schult, die überragende Weltklasse-Torhüterin und aktuelle WM-Expertin der ARD, hat in einem Gespräch mit SWR Sport ein wichtiges Anliegen formuliert: Der Profifußball muss sich deutlich mütterfreundlicher gestalten. Während sie selbst als Vierfachmutter Pionierarbeit leistet, sieht sie noch viel Verbesserungspotenzial, um auch zukünftigen Fußballerinnen mit Familie den Weg ins Top-Sport zu ebnen.
Die frage, die nie einen mann treffen würde
Schult betonte die Ungleichheit, die sie als Frau im Profisport erlebt. Die Frage, wie sie Beruf und Familie vereinbare, werde ihr gestellt, während männliche Experten mit Kindern diese Nachfrage gar nicht kennen. Ein klarer Beweis für die noch immer bestehenden Vorurteile und die fehlende Akzeptanz für Mütter im Profisport.
Ihr eigener Werdegang ist bemerkenswert: Schult hat nicht zwischen Karriere und Mutterschaft wählen müssen, sondern immer beides verfolgt. Nach ihrer Rückkehr in die Bundesliga und die Nationalmannschaft kämpfte sie für Zugeständnisse, wie die Mitnahme von Kindern zu Länderspielen. Ein Blick in die US-Profiliga zeigte ihr, wie eine professionelle Unterstützung von Müttern im Sport aussehen kann – Strukturen, die in Deutschland noch lange nicht flächendeckend vorhanden sind.
„Natürlich mussten sich Verein und Nationalmannschaft erst daran gewöhnen. Es gab auch beispielsweise keine Regularien schwarz auf weiß geschrieben, wie man damit umzugehen hat. Die sind durch meine Mutterschaft entstanden und eigentlich haben erst die Spielerinnen danach richtig davon profitiert“, erklärte Schult im Gespräch.

Ein vorbild für die zukunft
Die Erfahrungen in den USA haben Schult gezeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Leistungssport möglich ist. Ihr Beispiel, ein Comeback als Mutter in der Bundesliga und Nationalmannschaft zu schaffen, ist ein Hoffnungsschimmer für viele. Es braucht mehr Spielerinnen wie Schult, die den Weg bahnen und Normalität schaffen. Denn jede Mutter, die im Profifußball erfolgreich ist, erleichtert es den nächsten.
Der Weg ist noch lang, aber Schults Engagement und ihr Beispiel zeigen, dass eine Veränderung möglich ist. Es liegt an den Vereinen, Verbänden und Verantwortlichen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit auch zukünftige Generationen von Fußballerinnen ihre Karriere mit der Familie vereinbaren können. Nur so kann der Frauenfußball seine volle Potenzial entfalten und die nächste Generation von Weltklassespielerinnen hervorbringen.
