Schröder zieht die notbremse: löwen kämpfen ums überleben – plan b steht
Die Basketball Löwen Braunschweig sind angekommen, wo kein Klub sein will: auf dem letzten Platz der BBL, mit dem Rücken zur Wand und der Abstiegsrelegation im Nacken. Dennis Schröder, Weltmeister, NBA-Profi und Mitgesellschafter, redet nicht lange um den heißen Brei herum: „Es sieht sehr schlecht aus.“ Doch statt aufzugeben, schaltet der 32-Jährige auf Angriff.
Die lage ist längst nicht mehr selbstgemacht
Während Braunschweig auf Heilung wartet, schrauben Mitteldeutscher BC und Science City Jena den Rückstand auf inzwischen vier Siege hoch. Die Löwen haben noch fünf Partien, müssen mindestens vier davon gewinnen – und hoffen, dass die Konkurrenz stolpert. Ein Szenario, das Mathematik und Moral gleichermaßen strapaziert. Schröder weiß das. Er trainiert mit der Mannschaft, sitzt an der Seitenlinie, flucht, motiviert, bezahlt mit. „Alle müssen besser sein“, donnert er durch die Halle. Keine Ausrede, kein Selbstmitleid.
Neuzugang Bryant Crawford, erst vor zwei Wochen aus der Türkei gelandet, soll die Offensive entzünden. Der Guard traf in den ersten drei Spielen nur 28 % aus dem Feld, doch Schröder sieht darin kein Problem, sondern eine Pflicht: „Er muss jetzt Führung zeigen, nicht reden.“ Crawford selbst schwieg nach dem 71:92 gegen Oldenburg, schnallte sich stattdessen eine Eismaschine um den gerissenen Knöchel und machte weiter. Genau dieser Eindruck will es sein, der die Kabine wachrüttelt.

Abstieg? schröder hat schon die troika gegründet
Parallel zur Rettung arbeitet der NBA-Star an Plan B. Sponsoren, so Schröder, haben ihre Zahlungen für die nächste Saage zugesagt – egal, ob BBL oder ProA. „Alle bleiben am Start, weil sie die Vision sehen“, betont er. Die Vision: Braunschweig soll nicht nur erste Liga bleiben, sondern zur Adresse werden, „die mit den Bayern und Berlins mithalten kann“. Ein Satz, der angesichts von 3 Siegen aus 29 Spielen fast an Dreistigkeit grenzt. Fast.
Die nächsten Gegner lesen sich wie ein Marathonsprint: Alba Berlin, Rostock Seawolves, ratiopharm Ulm. Drei Teams, die um die Play-offs oder den Einzug im European Cup kämpfen. Für Braunschweig geht es ums pure Überleben. Schröder wird dabei sein, auch wenn die NBA-Play-offs in zwei Wochen losgehen. „Meine Heimat ist hier“, sagt er und deutet auf das Wappen an seiner Jacke. „Ich lasse meine Familie nicht im Stich.“
Am 30. März, 20 Uhr, empfangen die Löwen Alba. Sollte das Spiel verloren gehen, winkt die rote Laterne mindestens bis Ostern. Die Kasse ist trotzdem gesichert, der Plan steht – doch Selbstvertrauen kauft sich Schröder nicht beim Geldautomaten. Er holt es sich auf dem Parkett. „Wenn wir runter müssen, ist das ein Betriebsunfall. Aber wir kommen wieder – und zwar sofort.“ Keine Frage, kein Zweifel. Nur eine Ansage.
