Schröder zieht den hfc auf trab: sieben siege, null kompromisse

Sieben Spiele, sieben Siege – und kein Ende in Sicht. Robert Schröder hat den Halleschen FC in Rekordlaune geschossen, doch vor dem Freitag-Flutlicht gegen Zwickau warnt er seine Mannschaft: „Wir können uns nicht zurücklehnen.“ Die Kabine brodelt, das Selbstvertrauen ist laut Präsidium „enorm“, doch der Trainer weiß: Der Gegner trägt immer noch die Wunde des Hinspiels unter dem Trikot.

Revanche ist kein wort im hfc-wörterbuch

Die 1:2-Pleite im Herbst war der Tiefpunkt einer Serie ohne Sieg – damals bröckelte der HFC, heute ist er die beste Profi-Truppe Deutschlands. „Revanche? Nicht mein Vokabular“, sagt Schröder knapp. Stattdessen spricht er von „enger zusammengewachsenen Jungs“, die bis zur 90. Minute Gas geben. Die Zahle sprechen für sich: kein Punktverlust seit Februar, 19 Jahre nach der letzten solchen Serie.

Marius Hauptmann, Mittelfeld-Motor und letzte Woche endlich Torschütze, erklärt den Aufschwung mit „intensiver Vorbereitung“ und einem Defensivverbund, der selten Lücken lässt. Die Tabelle? „Kümmert uns gerade nicht“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass Formkurven in der Regionalliga schneller kippen als ein Zwickauer Konter.

Zwickau reist mit weltmeister-system und öl im getriebe

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FSV-Coach Rico Schmitt dagegen schraubt am „Katalysator“ seiner Mannschaft. Vier Spiele ohne Niederlage, doch die Pfiffe nach dem 1:0 gegen Zehlendorf nagten am Selbstbild. Nun droht er mit der „4-3-3-Formation von 2014“ – ein Seitenhieb auf Löws WM-Taktik. Alexander Somnitz bestätigt: „Der Kolben ist geschmiert.“ Gemeint ist: Die Maschine soll in Halle endlich wieder Vollgas geben, auch wenn’s dreckig wird.

Heimstärke? Die haben die Sachsen. 26 Partien ungeschlagen im Stadion an der Rathenaustraße. Doch auswärts wartet der HFC – und der hat Flutlicht, Fanmasse und einen Coach, der weiß, dass eine Serie erst dann zählt, wenn sie zu Ende geht. Schröder schmunzelt: „Momentaufnahmen sind schön, aber Samstag um zwei ist alles wieder offen.“

Am Freitagabend stehen sich zwei Trainer gegenüber, die dieselbe Sprache sprechen: Sieg um jeden Preis. Wer zuletzt lacht, steht nicht etwa auf dem Platz, sondern in der Tabelle – und die vergisst schnell, wer im März noch Weltmeister-Systeme kopiert.