Schöningen feiert: aufstiegskampf in der eigenen hand!
Die FSV Schöningen hat sich im Abstiegskampf der Regionalliga Nord eine verdammt gute Position erarbeitet. Nach dem Sieg gegen Hannover II und trotz der knappen Niederlage gegen Meppen ist klar: Die nächsten drei Spiele entscheiden über den Klassenerhalt – und die Stimmung im Team ist bestens.
Lob vom gegner: „wie ein gestandener regionalligist“
Karsten Kräcker, der Präsident der FSV Schöningen, ist immer noch sprachlos. „Ich habe nach dem Spiel lange mit dem Sportlichen Leiter von Hannover gesprochen“, berichtet er. Und dessen Urteil war eindeutig: „Das war von euch wie ein gestandener Regionalligist. Ihr habt das wirklich super gemacht, kaum was zugelassen und dann eiskalt gekontert.“ Eine höhere Anerkennung für einen Aufsteiger kann man sich kaum vorstellen – insbesondere wenn sie von einem Experten wie Achim Sarstedt kommt. Der Mann kennt sich aus: 16 Jahre Co-Trainer bei Freiburg, sechs Jahre Chef der Nachwuchsabteilung von Wolfsburg und aktuell Sportchef der U23 von Hannover 96. Seine Worte sind Gewicht.
Der Doppelspieltag an Ostern war eine Zerreißprobe, die die Mannschaft jedoch mit Bravour gemeistert hat. Das 0:1 gegen den Tabellenführer SV Meppen schmerzte zwar, doch das anschließende 3:1 gegen die starke Reserve von Hannover 96 ließ alle Zweifel an der kämpferischen Qualität der Schöninger verfliegen. Kräcker wirkte gespalten: „Fußball ist kein Eiskunstlauf, da gibt es keine Haltungsnoten. Aber die Jungs haben sich reingehängt, haben alles gegeben. Gegen Meppen, das Schwergewicht der Liga, haben wir einen Punkt holen können – das ist schon eine Leistung!“
Ein besonderes Gefühl herrscht im Verein aufgrund der fast ausverkauften Kurve. Über 1500 Zuschauer sorgten für eine Atmosphäre, wie sie Schöningen selten erlebt hat. „Was wir da hingekriegt haben, das ist schon überragend“, schwärmt Kräcker. Der enttäuschende Besuch von nur 500 Zuschauern am Ostersonntag, bedingt durch das schlechte Wetter, schmälert den Triumph nicht.

Rassismus-vorfall: null toleranz!
Der Schatten eines rassistischen Vorfalls trübte das sportliche Geschehen. Ein Zuschauer beleidigte Hannovers Montell Ndikom mit abfälligen Worten – ein Verhalten, das die FSV Schöningen auf keinen Fall toleriert. Umgehend wurde eine Stadiondurchsage erfolgen, die den Vorfall scharf verurteilte und den betreffenden Fan aufforderte, das Stadion zu verlassen. Ein bemerkenswerter Moment folgte, als alle Spieler beider Mannschaften sowie die Zuschauer durch Applaus ihre Solidarität bekundeten. Ein deutliches Zeichen gegen Rassismus!
Trainer Christian Benbennek fordert nun von seiner Mannschaft absolute Konzentration. „Wir müssen uns noch mehr reinhängen, dürfen jetzt nicht locker lassen. Die kommenden Spiele gegen Altona, Lohne und Norderstedt sind entscheidend.“ Auch wenn die Mannschaft über eine beträchtliche Erfahrung verfügt, mahnt der Coach zur Vorsicht: „Das ist keine Profi-Mannschaft unter Profibedingungen. Die englische Woche fordert ihren Tribut.“
Die Tabelle lügt nicht: Schöningen hat einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegszone. Doch Kräcker warnt: „Das ist keine Zeit für Selbstgefälligkeit. Wir müssen jetzt 110 Prozent geben, um unsere Position zu festigen.“ Die Saisonendspurt wird eine Zerreißprobe, aber die Mannschaft ist bereit, sich der Herausforderung zu stellen. Die Klasse muss gehalten werden – und das wird sie auch!
