Schock in san francisco: türkei scheitert bei wm-comeback

Die Hoffnungen der türkischen Fans liegen in Trümmern. Nach 24 Jahren Abwesenheit von einer Weltmeisterschaft ist das Comeback des Nationalteams bereits nach nur zwei Spielen dramatisch beendet. Die 0:1-Niederlage gegen Paraguay in San Francisco besiegelt das vorzeitige Ausscheiden und reißt eine tiefe Enttäuschung im Land.

Tränen und selbstvorwürfe nach dem schlusspfiff

Unmittelbar nach dem Abpfiff brachen bei zahlreichen türkischen Spielern die Dämme. Die Bilder von Tränen, die über die Gesichter flossen, gingen um die Welt. Mert Müldür (27) versuchte, seine Emotionen zu verbergen, doch auch er konnte der Situation nicht standhalten. Starspieler Arda Güler (21) sprach offen über die Scham, die er empfand: „Wir schämen uns. Wir bitten unser Volk um Entschuldigung. Wir spielen bei sehr großen Vereinen, und das hätten wir auf dem Platz zeigen müssen.“ Die Erwartungen waren riesig, und die Spieler konnten ihnen nicht gerecht werden.

Kapitän Hakan Çalhanoğlu (32) rang sichtlich um Fassung. „Es ist nicht leicht, die richtigen Worte zu finden. Es tut uns leid“, erklärte der Mittelfeldchef. „Wir haben alles gegeben, aber es hat einfach nicht geklappt. Es war einfach Pech.“ Auch Schlussmann Uğurcan Çakır (30) wandte sich an die Fans in der Heimat: „Ich entschuldige mich bei unserem Land. Wir wollten stolz machen, es ist uns nicht gelungen.“

Montella verteidigt seine aufstellung – doch die kritik bleibt

Montella verteidigt seine aufstellung – doch die kritik bleibt

Trainer Vincenzo Montella (52) zeigte sich nach dem Spiel ebenfalls bedrückt. „Ich bin sehr traurig. Für unser Volk, das große Erwartungen hatte. Auch unsere eigenen Erwartungen waren sehr hoch“, sagte er. Die Diskussion um die offensive Besetzung der Mannschaft, insbesondere das Fehlen eines klassischen Mittelstürmers, geht weiter. Als Kerem Aktürkoğlu (27) erneut in der Startelf stand, entbrannte die Debatte aufs Neue. Montella reagierte gereizt auf die wiederholten Nachfragen: „Es überrascht mich, dass Sie schon wieder mit der Stürmerfrage kommen! Wir haben 65 Schüsse abgegeben – irgendetwas muss ja irgendwann passieren!“

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: 65 Schüsse auf das gegnerische Tor in zwei Spielen, ein Ballbesitzverhältnis, das man lieber nicht erwähnen sollte. Das Schicksal war wahrlich nicht auf der Seite der türkischen Nationalmannschaft. Die Traum vom Sechzehntelfinale ist geplatzt, und die Enttäuschung ist groß. Wie es nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Fans sind enttäuscht, die Spieler schuldbewusst, und der Verband steht vor der Aufgabe, die nächste Generation von türkischen Fußballern zu formen.