Schock in der schweiz: biathlon-team verpasst olympia-traum!

Die Ernüchterung in der Schweizer Biathlon-Delegation ist perfekt. Was als vielversprechende Saison 2024/2025 begann, endet mit einem Dämpfer bei den Olympischen Winterspielen – ein Rückschlag, der Verbandschef Peter Barandun nun offen kritisiert.

Olympia-enttäuschung: keine medaille, kein podest

Noch vor Saisonbeginn schien alles nach Plan zu laufen. Die Schweizer Biathletinnen und Biathleten positionierten sich in der Nationenwertung respektabel: Die Damen auf dem fünften Platz, sogar vor den Italienerinnen, die Herren auf Rang sechs – knapp hinter den absoluten Top-Nationen Frankreich, Norwegen, Schweden, Deutschland und Italien. Doch die Olympischen Winterspiele waren dann eine einzige Enttäuschung. Es gab kein einziges Podest, keine Medaille. Zehn Top-Ten-Platzierungen mögen auf dem Papier gut aussehen, entsprachen aber bei Weitem nicht den hohen Erwartungen.

Barandun ließ seiner Unzufriedenheit freien Lauf: „Wir haben Athletinnen und Athleten, die auf höchstem Niveau performen können – das haben sie in den Jahren zuvor mehrfach bewiesen. Im vergangenen Winter blieben sie jedoch teilweise deutlich unter den Erwartungen.“ Er sprach von klaren Rückschritten sowohl am Schießstand als auch in der Loipe. Ein bitterer Geschmack bleibt, insbesondere angesichts der Ambitionen vor der Saison.

Zahlen lügen nicht: rückschlag im gesamtweltcup

Zahlen lügen nicht: rückschlag im gesamtweltcup

Die Statistiken untermauern Baranduns Kritik. Joscha Burkhalter (29) landete im Gesamtweltcup auf dem 24. Platz, Amy Baserga (25) auf dem 19. Platz – deutlich hinter den Platzierungen des Vorjahres, als Niklas Hartweg den 18. Rang belegte und Baserga sogar den 16. Platz erreichte. Damals waren gleich drei Schweizer Biathletinnen unter den Top 26, dieses Jahr nur noch Baserga. Die Lücke zu den Weltspitze wird größer.

Barandun fordert nun eine „sorgfältige Analyse“ der Situation und die Entwicklung neuer Ideen, um den negativen Trend umzukehren. Doch das Problem liegt tiefer: Auch die Nachwuchsförderung hinkt hinterher. „Es braucht Zeit, um an der Basis – in den Skiclubs – eine ausreichende Breite an potenziellen jungen Biathletinnen und Biathleten aufzubauen. Wir hatten gehofft, dass sich diese Entwicklung schneller vollzieht. Rückblickend waren wir in unserem Denken vielleicht etwas zu optimistisch.“ Die Erwartungen waren offenbar zu hoch gesteckt, die Realität hat genauer hingeschaut.

Die rätselhafte Verabschiedung des norwegischen Biathleten, der durch eine tränenreiche Seitensprung-Beichte für einen handfesten Skandal sorgte, lenkte kurz von den sportlichen Problemen ab, doch die eigentliche Frage bleibt: Wie will der Schweizer Biathlon-Verband seine Athleten wieder an die Weltspitze bringen und eine solide Basis für die Zukunft schaffen? Die Antwort wird entscheidend sein, um den olympischen Traum nicht endgültig zu begraben.