Schneemassen stoppen super-g – odermatt kassiert kugel nummer drei
Der zweite Super-G in Courchevel fiel den Wettergöttern zum Opfer. Einmal mehr. Statt Rekordjagd gab’s Entwarnung für Marco Odermatt: Die Streichung des Rennens beschert ihm die kleine Kristallkugel in der Disziplin – schon vor dem Finale in Solitude.
Schneefall lässt sicherheitsmängel eskalieren
Die Organisatoren hatten keine Wahl. Schneemassen und Nebel verzogen die Sicht, die Streckenposten sahen kaum mehr als 30 Meter weit. Die FIS zog den Stecker – und das aus gutem Grund: Selbst Helikopterbilder zeigten nur weißes Nichts. Sicherheit vor Show, das Prinzip ging auf, die Konsequenz war eine weitere Absage nach dem gestrigen Rennen.
Die Entscheidung bringt Zahlen zum Sprechen: 1.080 Punkte stehen für Odermatt in der Super-G-Wertung zu Buche, ein Vorsprung von 177 Zählern auf Aleksander Aamodt Kilde bleibt unantastbar. Selbst wenn der Norweger am kommenden Wochenende in Solitude den Maximum-Score abstaubt, kann er den Schweizer nicht mehr überholen.

Odermatts saison der superlative
Damit komplettiert der 28-Jährige seine persönliche Trophäensammlung. Vorzeitig hatte er schon den Gesamtweltcup gesichert – seine dritte Großkugel in Folge. Dazu gesellte sich die Abfahrtswertung. Die Super-Kugel war nur noch Formsache, die Schneekanonen von Courchevel erledigten den Rest.
Für die Konkurrez ein déjà-vu. Seit zwei Jahren dominiert Odermatt technische wie temporeiche Disziplinen. Er fährt nicht nur schneller, er rechnet auch präziser: Wann immer Kilde oder Vincent Kriechmayr angreifen, antwortet der Schweizer mit konstanten Top-Platzierungen. Die Statistik liefert ein klares Bild: 14 Podeste in 24 Rennen, sechs Siege, nur zweimal außerhalb der Top Ten.

Was bleibt, ist die frage nach dem nachholtermin
Die Rennen in Courchevel fallen komplett aus – ein Nachholtermin existiert nicht. Für die Weltcupplanung bedeutet das eine Lücke, für die Athleten eine kleine Verschnaufpause vor dem Finale in Solitude. Die Organisatoren tragen trotzdem Verluste: Startgebühren, TV-Rechte, Zuschauerrückerstattungen – ein sechsstellender Schaden, den niemand versichert wieder einspielen kann.
Doch für Odermatt zählt nur die Kugel. Er nimmt sie mit nach Hause, bevor das Finale überhaupt losgeht. Ein Novum in der Geschichte des alpinen Weltcups. Und ein Vorgeschmack auf die nächste Saison, in der sich alle fragen werden: Wer stoppt diesen Mann?
