Schmerzlicher jahrestag: vor 13 jahren starb heinz flohe
Ein Schatten liegt erneut
über dem Fußball-Deutschland: Vor genau 13 Jahren, am 15. Juni 2013, verstarb Heinz Flohe, eine Ikone des 1. FC Köln und ein Held der deutschen Fußballnationalmannschaft von 1974. Sein Tod markierte das Ende einer außergewöhnlichen Karriere und hinterließ eine tiefe Trauer in der gesamten Fußballfamilie.
Drei jahre im wachkoma: ein unerklärliches schicksal
Die Nachricht von Flohes Ableben schockierte die Nation. Der großartige Mittelfeldspieler, der 39 Mal das Trikot der Nationalmannschaft trug, lag seit über drei Jahren im Wachkoma. Ein Zustand, der ihn und seine Familie schwer belastete. Der Verlust eines so prägenden Spielers, der nicht nur sportlich, sondern auch menschlich für viele ein Vorbild war, wog schwer.
Lukas Podolski, damals beim FC Arsenal aktiv und später selbst Weltmeister, kondolierte kurz nach Flohes Tod mit den Worten: „Flocke, alle, die den Fußball lieben, werden Dich nicht vergessen. Denn Du warst ein ganz Großer. Dein Poldi.“ Ein bewegender Moment, der die Verbundenheit und den Respekt für den gefallenen Star unterstreicht. Zusammen mit Per Mertesacker, ebenfalls Weltmeister, hatte Podolski Flohe an dessen 65. Geburtstag mit einem besonderen Gruß geehrt.
Toni Schumacher, ehemaliger FC-Vizepräsident, beschrieb Flohe als einen „brillanten Fußballer und eine FC-Ikone“. Er ergänzte mit einem Augenzwinkern: „Er war so genial, dass wir immer gesagt haben, selbst wenn man Flocke in eine Telefonzelle mit zwei anderen Spielern sperrt, er würde den Ball nicht hergeben.“ Diese Anekdote verdeutlicht das unbändige Engagement und die Leidenschaft, die Flohe für den Fußball empfand.
Heinz Flohe war mehr als nur ein Spieler – er war eine Integrationsfigur und ein Vorbild, sowohl auf als auch neben dem Platz. Franz Beckenbauer, der „Kaiser“ des Fußballs, bezeichnete ihn einst als den besten Fußballspieler Deutschlands. Ein Kompliment, das die außergewöhnliche Klasse und das Talent von Flohe unterstreicht.
Seine Karriere wurde abrupt beendet, als er 1990 bei 1860 München von Duisburgs Paul Steiner hart gefoult wurde. Ein Schien- und Wadenbeinbruch bedeuteten das Ende seiner aktiven Laufbahn. Doch auch danach blieb Flohe dem Fußball treu, unter anderem als Co-Trainer beim 1. FC Köln in der Saison 1995/96.
Der 11. Mai 2010 markierte einen weiteren schicksalhaften Tag im Leben von Heinz Flohe. Nach einem Besuch einer Feier zum Einweihung eines Box-Gyms brach er in der Kölner Südstadt mit schweren Herzrhythmusstörungen zusammen. Die darauffolgende Zeit im Kälteschlaf brachte leider keine Wende. Sein früheres Herzleiden, das ihn bereits mehrfach zu Operationen zwang, hatte ihn letztendlich überwunden.
Die Erinnerung an Heinz Flohe lebt weiter – als Held in Köln, als Mitglied der Weltmeistermannschaft von 1974 und als ein Mensch, der den Fußball mit seiner Leidenschaft und seinem Können bereichert hat. Er hinterlässt eine Lücke, die niemals ganz geschlossen werden kann.
