Schlotterbeck-sperre: wohin zieht es den dortmunder abwehrchef?
Ein Monat nach dem bitteren Ausscheiden von Borussia Dortmund aus der Champions League gegen Atalanta Bergamo steht nun die Strafe für Nico Schlotterbeck fest. Die UEFA hat die Sperre des Innenverteidigers bekanntgegeben, die Fragen aufwirft: In welchem Wettbewerb und für welchen Verein wird der Nationalspieler seine Strafe abbüßen müssen?
Der platzverweis im nachhinein betrachtet
Die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA ließ sich, wie bei solchen Fällen nach dem Ausscheiden eines Teams aus den K.o.-Runden, keine Eile auf. Doch nun, einen Monat nach dem 1:4-Debakel in Bergamo, ist die Entscheidung gefallen: Schlotterbeck wird im nächsten Europapokalspiel seines Klubs zwingend zuschauen müssen. Der spanische Schiedsrichter José Maria Sanchez Martinez zeigte dem BVB-Abwehrchef in der chaotischen Schlussphase die rote Karte, die Schlotterbeck selbst bis heute nicht nachvollziehen kann.
„Nachdem gefühlt zehn Spieler von Atalanta gleichzeitig aufgesprungen sind und sich lautstark beschwert haben, bin ich ebenfalls aufgestanden und habe gesagt, sie sollen sich wieder hinsetzen. Das war alles“, erklärte der 26-Jährige auf seinem Instagram-Account. Ein Versuch, die Situation zu relativieren, der jedoch vor der UEFA nicht zählte. Denn Gelbsperren verfallen nicht automatisch – auch nicht am Saisonende.

Vertragliche unsicherheit und die zukunft des nationalspielers
Das eigentliche Problem liegt jedoch woanders: Der BVB scheint bei der Verlängerung von Schlotterbecks Vertrag, der 2027 ausläuft, ins Stocken zu geraten. Sollte der Innenverteidiger Dortmund im Sommer verlassen, würde er seine Sperre zu seinem neuen Arbeitgeber mitnehmen. Eine Situation, die für potenzielle Interessenten durchaus abschreckend wirken könnte.
Borussia Dortmund hatte in Bergamo trotz einer 2:0-Führung aus dem Hinspiel durch einen späten Elfmeter überraschend früh den Platz verlassen müssen. Schlotterbeck, der zuvor aufgrund muskulärer Probleme pausiert hatte, konnte in diesem entscheidenden Spiel nicht eingreifen. Die frühe Eliminierung aus der Champions League wirft nun zusätzliche Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die zukünftige Kaderplanung des BVB.
Die Sperre von Schlotterbeck ist somit mehr als nur eine Strafe für einen Platzverweis. Sie ist ein Spiegelbild der aktuellen Unsicherheiten beim BVB und ein Indikator für die mögliche Zukunft des Nationalspielers. Bleibt abzuwarten, ob sich der Verein rechtzeitig um eine Vertragsverlängerung kümmert, oder ob Schlotterbeck schon bald in einem anderen Trikot seine Strafzeit verbüßen wird.
