Schlotterbeck tanzt am abgrund – glück oder gerechtigkeit?
Nico Schlotterbeck befindet sich in einer gefährlichen Spirale. Nach dem Platzverweis in der Champions League gegen Atalanta Bergamo drohte ihm im Topspiel gegen Bayern München erneut die rote Karte. Der Dortmunder Innenverteidiger agierte riskant und profitierte von der Kulanz des Schiedsrichters Sven Jablonski – ein Umstand, den er selbst zugab.

Ein zweifelhafter elfmeter und die frage nach der härte
In der 18. Minute traf Schlotterbeck Josip Stanisic mit einer heftigen Grätsche, sah aber nur die gelbe Karte. Der BVB-Profi selbst sprach von einem „saubegriffenen“ Kontakt, doch die Szene war umstritten. Nur wenige Minuten später köpfte er den BVB in Führung, doch die Erleichterung währte nicht lange. In der 69. Minute verursachte Schlotterbeck erneut gegen Stanisic einen Elfmeter, den Harry Kane sicher verwandelte. Die Entscheidung des Schiedrichters, hier auf Elfmeter zu entscheiden, bleibt fraglich. Schlotterbeck selbst sprach von einem „sehr, sehr leichten Kontakt“ und zeigte sich verwundert über die Gelbe Karte.
Die Diskussion um Schlotterbecks Spielweise wird nun weiter an Fahrt aufnehmen. Seine Aggressivität und sein unbedingter Wille sind zwar unbestritten, doch er muss lernen, seine Zweikämpfe besser zu timen. Die Gelbsperre für das nächste Bundesligaspiel ist ein deutliches Zeichen: Schlotterbeck muss seine Aktionen überdenken.
Der BVB verlor das Spiel letztendlich mit 2:3, und Schlotterbeck stand erneut im Fokus – nicht nur aufgrund seiner Zweikämpfe, sondern auch wegen seiner emotionalen Reaktion nach dem Führungstor. Er sprang über die Bande, was zwar nicht regelwidrig war, aber dennoch für Gesprächsstoff sorgte. Schlotterbeck selbst verteidigte sein Verhalten: „Ich wollte nicht über die Bande, sondern nur auf die Bande springen. Wenn man alles ausmustert, dann spiele ich irgendwann Schach.“
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Schlotterbeck aus seinen Fehlern lernt und seine riskante Spielweise in den Griff bekommt. Derzeit tanzt er weiterhin am Abgrund, und der BVB kann es sich nicht leisten, seinen Leistungsträger zu verlieren. Die Nerven liegen blank, und die nächste Fehlentscheidung könnte teuer zu stehen kommen.
