Schlaf gestört? rosarote geräusche könnten schaden!

Wer unter Schlafstörungen leidet, greift oft auf beruhigende Geräusche zurück – vom vertrauten Rauschen des Fernsehers bis zum sanften Plätschern des Regens. Rosarote Geräusche, eine beliebte Alternative zum weißen Rauschen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch eine neue Studie aus den USA wirft nun einen überraschenden Schatten auf diese vermeintlich harmlosen Klangwelten.

Führt rosafarbene entspannung zu rem-schlaf-mangel?

Führt rosafarbene entspannung zu rem-schlaf-mangel?

Die Perelman School of Medicine hat eine Forschung durchgeführt, die die Annahme, rosarote Geräusche förderten den Schlaf, in Frage stellt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Exposition gegenüber breitbandigen Geräuschen während des Schlafs die Zeit reduzieren kann, die wir in der REM-Phase verbringen – einer Phase, die für die Gedächtniskonsolidierung, emotionale Regulation und die Gehirnentwicklung von entscheidender Bedeutung ist. „Die REM-Phase ist essenziell für die Verarbeitung von Informationen und die Stabilisierung von Erinnerungen“, erklärt Mathias Basner, der Hauptautor der Studie. „Rosarote Geräusche und ähnliche Klänge könnten diese Prozesse stören, insbesondere bei Kindern, die einen größeren Teil der Nacht in der REM-Phase verbringen.“

Die Studie umfasste 25 gesunde Erwachsene, die sieben Nächte lang in einem Schlaflabor unter Beobachtung standen. Nach einer Kontrollnacht in Stille wurden die Teilnehmer nachts verschiedenen Geräuschen ausgesetzt: Flugzeuglärm, rosarote Geräusche, eine Kombination aus beidem und schließlich Flugzeuglärm mit Ohrstöpseln. Die Ergebnisse waren eindeutig: Allein das rosarote Rauschen (50 Dezibel, vergleichbar mit einem leichten Regen) führte bereits zu einer Reduktion des REM-Schlafs um fast 19 Minuten pro Nacht. Die Kombination aus rosafarbenem und Flugzeuglärm reduzierte sowohl den Tiefschlaf als auch die REM-Phase und verlängerte die Zeit, in der die Teilnehmer wach waren. Die Teilnehmer berichteten zudem über einen leichteren Schlaf, häufigere nächtliche Erwachen und eine insgesamt schlechtere Schlafqualität.

Besonders besorgniserregend ist der Befund, dass Ohrstöpsel sich als wirksam erwiesen haben, um den Tiefschlaf vor den Auswirkungen von Umgebungsgeräuschen zu schützen. Die Forscher betonen, dass es nicht immer funktioniert, ein Geräusch mit einem anderen zu überdecken – im Gegenteil, es kann die Situation sogar verschlimmern. Diese Erkenntnis ist besonders relevant für Eltern, die ihren Babys und Kleinkindern Geräte zur Geräuscherzeugung zum Einschlafen geben. Denn eine gestörte REM-Phase wird mit Angstzuständen, Depressionen und im Erwachsenenalter sogar mit neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Basner betont, dass weitere Studien, insbesondere an vulnerablen Bevölkerungsgruppen, erforderlich sind, um die Auswirkungen von rosafarbenen Geräuschen auf den Schlaf umfassend zu verstehen. Bis dahin sollte man die Nutzung von solchen Geräten zumindest kritisch hinterfragen und alternative, natürlichere Methoden zur Förderung des Schlafs in Betracht ziehen.

Die Forschungsergebnisse mahnen uns, die vermeintlichen Vorteile von rosafarbenen Geräuschen nicht unkritisch zu übernehmen. Denn was uns vermeintlich in den Schlaf hilft, könnte langfristig unsere Schlafgesundheit beeinträchtigen.