Schiri-panne schickt neymar vor laufender kamera vom platz – santos droht der abstieg
Nummer 10 leuchtete auf, Neymar schlug die Hände über dem Kopf zusammen. 65. Minute im Estádio Urbano Caldeira, Santos liegt 0:2 gegen Coritiba, der Superstar will das Spiel noch drehen – und wird stattdessen von einem blöden Zettel aus dem Stadion befördert.
Der vierte Offizielle hatte beim Wechselwunsch von Trainer Cuca die falsche Nummer angezeigt. Statt Gonzalo Escobar (31) flatterte Neymars 10 auf das elektronische Brett. Robinho Júnior – der Mann, dem Neymar vor drei Tagen eine Ohrfeige verpasst hatte – sprintete bereits aufs Feld. Der Wechsel stand, das Regelwerk lässt kein Zurück.
Die sekunde, die alles entschied
TV-Bilder zeigen, wie Neymar einen Zettel mit der korrekten Auswechslung in die Kamera hält, wild gestikulierend, Stimme versagt. Gelb dafür, Platzverweis in die Kabine. Santos twitterte unmittelbar nach Abpfiff: „Ein unerklärlicher Fehler, der trotz Video-Beweis nicht korrigiert wurde.“
Der Klub droht erstmals seit 1912 der zweiten Liga. Die Pleite gegen Coritibia bedeutet Tabellenrang 17, drei Spieltage sind noch Zeit, um das Schiff zu retten – ohne Neymar, wenn der Schiri mal wieder munter durcheinander zählt.

Wm-ticket oder winterpause?
Für den 34-jährigen Rekordtorschützen der Seleção kommt die Panne denkbar ungünstig. Nationaltrainer Carlo Ancelotti nominiert am Montag seinen Kader für das Turnier in USA, Mexiko und Kanada. Neymars letztes Länderspiel datiert auf Oktober 2023; sein letzter Auftritt in Brasiliens Rot vor laufender Kamera endete mit einem Zettel in der Hand und einem Schiri, der die Zahlen verwechselt.
Santos bestellte beim Schiedsrichterausschuss ein offizielles Gutachten. Der Verband schwieg bislang. Für Neymar bleibt nur eins: Knie fit halten, Waden eisern – und hoffen, dass Ancelotti die Nummer 10 nicht schon abgeschrieben hat.
