Schiri-chaos bei der wm: meier kritisiert var und regelauslegungen!

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sorgt nicht nur auf dem Platz für Diskussionen, sondern auch hinter den Kulissen. Schiedsrichter-Experte Urs Meier, eine Legende in der deutschen Schiedsrichter-Szene und WM-Erfahrung von 1998 und 2002, hält eindringlich Einspruch gegen einige Entscheidungen und die aktuelle Auslegung der Regeln. Seine Worte sind ein Weckruf für den Fußballverband.

Die fifa gibt den spielern zu viel freiheit

Pierluigi Collina, der FIFA-Schiedsrichterboss, hatte vor dem Turnier betont, die Spieler sollten die Spiele entscheiden, nicht die Schiedsrichter. Meier stimmt dem zwar grundsätzlich zu, weist aber darauf hin, dass die FIFA eine „sehr großzügige Linie“ gewählt hat, die von den Spielern ausgenutzt wird. „In der Vorrunde war der Druck nicht allzu hoch, weil sehr viele Mannschaften weitergekommen sind“, so Meier. Er befürchtet, dass die vermeintliche Freiheit in den entscheidenden K.O.-Spielen zu weiteren Fehlentscheidungen führen könnte. Der Druck steigt, die Anforderungen an die Unparteiischen werden größer.

Fehlende qualität in der schiedsrichterauswahl

Fehlende qualität in der schiedsrichterauswahl

Meier kritisiert scharf die Auswahl der Schiedsrichter für dieses Turnier. „Diese Einteilung ist ein Fehler“, stellt er klar. Die starke Fokussierung auf eine möglichst große Vielfalt habe dazu geführt, dass einige hochqualifizierte Schiedsrichter fehlten. Sandro Schärer, der das Champions-League-Halbfinal-Hinspiel zwischen PSG und Bayern exzellent leitete, wurde beispielsweise nicht berücksichtigt. „Er hätte eindeutig zur WM gehört.“, betont Meier. Die Qualitätsunterschiede sind eklatant und führen zu unbefriedigenden Leistungen auf dem Platz.

Die Diskussionen werden sich im Laufe des Turniers noch verstärken, so der Experte. Die bereits gefällten Entscheidungen, wie die nicht gegebene Rote Karte für Lionel Messi oder das nicht zurückgenommene 1:0 für Deutschland gegen Ecuador, sind klare Beispiele für die Probleme.

Der var schläft – warum greift er nicht ein?

Der var schläft – warum greift er nicht ein?

Meier ist fassungslos über die fehlende Konsequenz des VAR. „Mir fehlt völlig das Verständnis dafür, dass der VAR nicht eingreift bei einem solchen Tritt von hinten“, äußert er sich enttäuscht über Messis Foul an Aissa Mandi. Die Schulungen, die monatelang stattfanden, hätten eindeutig gezeigt, dass in solchen Fällen eine Rote Karte angezeigt ist. „Da frage ich mich: Warum schreitet niemand ein?“ Die Inkonstanz der VAR-Entscheidungen untergräbt die Glaubwürdigkeit des Systems.

Regeländerungen: ein schritt zu weit?

Auch die neuen Regelanpassungen stören Meier. Das strenge Ahnden von Spielern, die sich laut IFAB in einer „konfrontativen Situation“ den Mund bedecken, sei eine Fehlentscheidung. Die Tatsache, dass Jude Bellingham für ein ähnliches Vergehen ungestraft davonkam, zeige den großen Interpretationsspielraum. „Dann sollte es für Hand-vor-den-Mund-Halten generell Rot geben.“ Die Spieler müssen lernen, diese Geste zu unterlassen, aber die aktuelle Regelung ist zu unsicher und führt zu unnötigen Spekulationen.

Trinkpausen: werbeunterbrechung statt spielkontrolle

Meier plädiert vehement für die Abschaffung der Trinkpausen in der Mitte der Halbzeit. „Abschaffen!“, fordert er nachdrücklich. Die Pausen unterbrechen den Spielfluss, senken die Spannung und geben den Trainern die Möglichkeit, die Taktik neu zu justieren. Der Schiedsrichter verliert die Kontrolle über das Spiel, das er zuvor aufgebaut hat. „Die Trinkpausen sind keine Trinkpausen, sondern Werbepausen.“ Die Bundesliga hat bereits die Weitsicht bewiesen und die Einführung dieser Pausen abgelehnt.

Die kommenden K.O.-Spiele werden zeigen, ob die Schiedsrichter ihre Anweisung, aktiver zu werden und mehr Entscheidungen zu treffen, umsetzen können. Meier hofft auf mehr Konsequenz und einen besseren Schutz der Spieler. Sonst drohen unnötige Verletzungen und weitere Diskussionen. Die WM 2026 wird sich in die Annalen des Fußballs als Turnier mit fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen eintragen, wenn nicht bald ein Umdenken stattfindet.