Scariolo zieht die notbremse: dorsey und vezenkov demolieren real madrid

Sergio Scariolo schlug mit der Faust auf die Taktiktafel, aber nichts half: Tyler Dorsey und Sasha Vezenkov warfen den Olympiacos zu einem 100:82-Kantersieg über Real Madrid und schossen dabei 63 der 100 Punkte selbst. Die Königlichen verlieren im Rennen um Platz eins die Direktvergleich-Bilanz und müssen zwei Spieltage vor Schluss auf Schützenhilfe hoffen.

Scariolo lobt die beiden sniper – und kassiert die nächste auswärtspleite

„Nicht viel zu sagen: Glückwunsch an Olympiacos, heute waren sie einfach besser“, sagte der Italiener nach dem Schlusspfiff im Karaiskakis-Stadion. „Jedes Mal, wenn wir auf zwei, drei Punkte herangekommen sind, haben Dorsey oder Vezenkov sofort zurückgeknallt.“ Seine Defense habe den beiden „keine Ruhe“ geben können, gestand er ein: „Sie trafen 70 Prozent ihrer Teams Punkte – das ist eine Hausnummer, die selbst in der EuroLeague selten ist.“

Real Madrid kam trotz eines 28-Punkte-Quartals Mitte des Spiels nicht näher als auf fünf Zähler heran. Der Grund: Dorsey traf 7/10 Dreier, Vezenkov addierte 26 Punkte bei 6/8 Feldwurfen. „Wir haben an der 45°-Position zugestellt, wir haben geswitcht, wir haben gehedged – nichts hat funktioniert“, klagte Scariolo. Sein Team kassierte die 13. Auswärtsniederlage der Saison, die meisten seit 2016.

Die titelchance schmilzt – scariolo sieht trotzdem kein drama

Die titelchance schmilzt – scariolo sieht trotzdem kein drama

Mit zwei Spielen noch zu spielen beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Barcelona vier Punkte, das direkte Duell ist durch den 18-Punkte-Verlust weg. „Wir haben fünf Spiele mit ein oder zwei Punkten verloren, manchmal wegen eines schlechten Ref-Calls, manchmal weil wir den Ball in den letzten Sekunden nicht gesichert haben“, zählte Scariolo auf. „Diese Saison ist so eng wie nie – ob Heimvorteil in den Playoffs wirklich zählt, wird man sehen.“

Die nächste Chance auf Wiedergutmachung gibt es am Dienstag gegen Baskonia. „Wir werden nicht den Kopf hängen lassen“, versprach der Coach. „Wir fliegen zurück, schauen das Video und arbeiten weiter.“ Die Zahlen sprechen allerdings eine klare Sprache: Ohne die zwingende Defense gegen Top-Scorer ist selbst ein Heimspiel kein Garant für den 11. Titel.