Sc verl pflückt mika clausen aus auer trümmern: box-to-box-motor für neue liga-attacke

Die Poststraße bekommt ihren neuen Antrieb. Mika Clausen, 23, springt vom FC Erzgebirge Aue direkt in den SC-Verl-Mittelkreis – und soll dort den nächsten Anlauf Richtung Aufstieg schalten. Nach 31 Zweitliga-Einsätzen im Abstiegsstrudel will der Reinbeker jetzt mit 75 Treffern der Offensive noch ein Extra-Gang einlegen.

Janjic liefert die hausaufgabe ab

Sportvorstand Zlatko Janjic hatte Clausen schon vor dessen Aue-Abstecher auf dem Zettel. „Wir haben uns damals die Videos angesehen, die Zahlen, die Laufbänder – und jetzt holen wir ihn nach“, sagt Janjic. Für ihn ist der 1,85-Meter-Mann „klassischer Box-to-Box-Spieler“: Kombinationssicher, zweikampfstark, mit letzter Passvariante und Lust aufs eigene Tor. Die 3,56 im kicker beweist: Er traut sich was, lässt aber nichts.

Clausen selbst redet kein Blatt vor den Mund. „Der Sportclub spielt Fußball, der Spaß macht. Kein Hinten-rein-vorne-raus, sondern mit Ideen“, sagt er. Genau das will er beleben – und dabei mit 60 Drittliga-Spielen im Gepäck keine Lernphase mehr brauchen.

Strobl bekommt zusätzliche waffe vor dem strafraum

Strobl bekommt zusätzliche waffe vor dem strafraum

Trainer Tobias Strobl hatte zuletzt mit der Last-Second-Pleite in Osnabrück die Aufstiegs-Luft raus. Mit Clausen kann er nun zwischen zwei Systemen switchen: 4-3-3 mit echter Acht oder Doppelsechs mit Ballvorlage. Die Konkurrenz um Joshua Eze und Robin Ziegele wächst – interne Kampfmannschaft inklusive.

Die Aue-Zeit endete für Clausen mit nur einem Tor, vier Vorlagen – und vielen Frusttagen. „Abstieg tut weh, aber er schärft den Blick“, sagt er. In Verl will er die Negativ-Serie in positive Energie wandeln. Sein St.-Pauli-Regionalliga-Background und die Eichede-Ausbildung verleihen ihm Robustheit gegen Ball und Gegner.

Die Zahlen des Klubs sprechen für sich: 75 Tore in dieser Saison, kein Drittliga-Team traf öfter. Wenn Clausen den einen oder anderen Pass in die Schnittstelle spielt, könnte die 80 fallen – und dann juckt es wieder ganz oben. Die Poststraße traut sich was. Und Clausen ist bereit, das Mittelfeld zu rocken.