Sc bern: umbruch in der hauptstadt – was steckt wirklich dahinter?

Bern – Der SC Bern steht vor einem gewaltigen Umbruch. Nachdem die Namen von Ramon Untersander, Joel Vermin und Hardy Häman Aktell in der NZZ kursierten und eine Abgang bestätigten, stellt sich die zentrale Frage: Ist dies der richtige Weg für den ambitionierten Club?

Die einschätzung eines erfahrenen nhl-scouts

Wir haben Thomas Roost, einen renommierten NHL-Scout, nach seiner Meinung gefragt. Roost zeigt sich vorsichtig, betont aber, dass die Beurteilung der Leistungen dieser Spieler ohne detaillierte Kenntnisse der internen Verhältnisse, Gehälter und verfügbaren Alternativen schwierig sei. Dennoch merkt er an: "Einen Importspieler zu ersetzen ist nie ein Problem, der Markt ist gross.“ Er stellt fest, dass Häman Aktell sicherlich nicht zu den besten Imports der National League gehörte. Vermin und vor allem Untersander, so Roost, gehören in eine andere Kategorie.

Der Tenor: Der neue Cheftrainer wird eine entscheidende Rolle bei der Kaderplanung spielen. Sollte ihm der Spielertyp von Untersander und Vermin nicht zusagen, ist das nachvollziehbar. Das Problem bei Trainerwechseln ist oft, dass neue Trainer ihre eigenen Vorstellungen haben und den Kader entsprechend umbauen wollen – ein Prozess, der in der NHL anders handhabt, mit einem Manager, der managt und einem Coach, der coacht.

Roost weiter: "Ich denke, der neue Chefcoach ist aktuell noch in den Playoffs engagiert, darum wird der Name noch nicht offiziell publiziert." Andrighetto hatte zuvor die Entwicklung unter Fischer gelobt, was die Situation zusätzlich verkompliziert.

Kann der sc bern die abgänge kompensieren?

Kann der sc bern die abgänge kompensieren?

Die Frage, ob der SC Bern die drei Spieler adäquat ersetzen kann, beantwortet Roost mit einem Schulterzucken. Offensichtlich gibt es Möglichkeiten, andernfalls wären die Entscheidungen bei Untersander und Vermin nicht zu verstehen. Ein radikaler „Rebuild“ ist jedoch nicht immer von den Zuschauern goutiert, weshalb die Importregelung in der Schweiz eine wichtige Rolle spielt. Roost empfiehlt, bei fehlenden Schweizer Alternativen, das Budget primär in die bestmögliche Importbesetzung zu investieren und den Kader mit jungen, vielversprechenden Schweizern zu ergänzen.

Ein Umbruch muss sorgfältig geplant werden. Die Abgänge von Captain Untersander und zuvor Moser werfen die Frage nach der Loyalität des SC Bern gegenüber langjährigen Leistungsträgern auf. Roost weist darauf hin, dass im Sport oft zu lange an vermeintlichen Leistungsträgern festgehalten und sie für ihre Verdienste in der Vergangenheit bezahlt werden, anstatt für ihre zukünftigen Leistungen. Mutige, unpopuläre Entscheidungen sind oft notwendig, auch wenn sie emotional schwer zu fassen sind.

Und abschliessend: Der Weg für junge Spieler wie Alain Graf ist nun geebnet. Der SC Bern muss sich jedoch im Nachwuchsbereich verbessern, um künftig eigene Spieler in die Leistungskategorie zu bringen. Die Zukunft wird zeigen, ob der SC Bern diesen Umbruch erfolgreich meistern kann.