Sc bern stolpert im play-in: ehlers sieht trotz 1:2 die halbfinals am horizont
13'965 Zuschauer wollten im PostFinance ein Spektakel sehen – und bekamen eine Lektion in Geduld. Die SCRJ Lakers schlugen den Meister mit 2:1, doch Heinz Ehlerstrat nach Abpfiff nicht als verzweifelter Trainer, sondern als strahlender Optimist auf. „Eine Niederlage, ja. Aber kein Grab“, sagte der Däne und wischte die Enttäuschung beinahe beiläufig beiseite.
Die batterie war leer – der kopf bleibt klar
Nur 48 Stunden zuvor hatte sein Team Biel mit 4:0 weggespült. Die Energie war aufgebraucht, die Laufwege halb so lang. „Wenn du nach so einem Spiel kaum Luft holst, darfst du dich nicht wundern, wenn die Passgenauigkeit fällt“, erklärt Ehlers. Statt Schuldzuweisungen zog er die Leistungsschwankung in den Kreis der Normalität: „Wir sind Menschen, keine Akku-Generatoren.“
Was ihn beruhigt: Die Statistik. Auswärts in Rapperswil-Jona gewann Bern zuletzt 2:0. „Wir kennen das Rezept, wir brauchen nur die Zutaten frisch zu halten.“ Ein Tor Rückstand sei in der Postseason kein Weltuntergang, sondern „ein Komma, kein Punkt“.

Lob für den gegner – und ein seitenhieb auf das system
Ehlers schwärmt fast von den Lakers: „Schnell, unangenehm, mit einigen Spielern, die dich in zwei Schritten alt aussehen lassen.“ Dabei versteckt sich hinter dem Lob auch ein Stück Selbstkritik. Denn genau diese Individualqualität fehlte dem Titelverteidiger gestern. Zu viele Einzelaktionen endeten vor dem gegnerischen Tor, zu selten kam die zweite Welle. Der Coach weiß: „Wenn wir nur auf individuelle Klasse setzen, laufen wir gegen eine Wand.“
Die Lösung ist simpel, aber nicht einfach: „Wir müssen wieder dieses aggressive Forechecking bringen, das uns in die Spitze katapultiert hat.“ Die Anleitung liegt auf dem Tisch, das Rätsel heißt Umsetzung.

Der countdown läuft: mittwoch ist entscheidungstag
Die Serie ist offen wie nie. Ein Tor, ein Spiel, eine Saison. Bern kann sich mit einem 2:0-Sieg erneut in die National League schießen – und die Lakers würden nach 14 Jahren wieder vor die Tür fallen. „Wir haben die Fans wieder mitgenommen“, sagt Ehlers und deutet auf die ausverkaufte Arena. „Jetzt holen wir sie ins Boot nach Rapperswil.“
Die Marschroute steht. Training heute Vormittag, Videoanalyse, dann Abflug in den Kanton St. Gallen. Wer denkt, die Luft sei raus, unterschätzt die mentale Widerstandskraft eines Meisters. Ehlers’ letzter Satz klingt wie ein Versprechen: „Wir sind nicht zum Zuschauen hier, wir sind zum Weitermachen.“
