Sc bern purgt frauen-kader: acht final-verlierer raus, zwahlen bleibt

Der SC Bern schickt sich an, nach dem verlorenen Playoff-Finale gegen den EV Zug die größte personelle Radikal-Kur seiner Frauen-Abteilung zu verordnen: Acht Akteurinnen müssen den Klub verlassen. Die Marschroute ist klar, die Botschaft gnadenlos – nur wer sofort liefern kann, bleibt an Bord.

Die abgänge im überblick

Stefanie Wetli, Estelle Duvin, Clara Rozier, Ilana Leibundgut, Alena Rossel, Amelie Walzer, Mila Croll und Céline Bonassi suchen neue Stationen. Keine emotionale Verbeugung, keine Danksagung – nur ein kurzes Statement, das die sportliche Richtung markiert. Manager und Coaching-Staff wollten offenbar nicht bis zum erneuten Playoff-Crash 2026 warten.

Die Verantwortlichen sprechen von „Verjüngung“ und „Neuausrichtung“, doch intern kursiert ein härteres Etikett: Leistungs-Reset. Nach der 0:3-Serie gegen Zug musste jemand die Rechnung präsentieren. Nun liegen acht Namen auf dem Tisch.

Stützen bleiben, hoffnung kommt mit 16

Stützen bleiben, hoffnung kommt mit 16

Doch Bern schlägt nicht in blindes Kontinuitäts-Pathos. Saskia Maurer, Schweizer Nationaltorhüterin und Serien-Playoff-Held, unterschreibt erneut. Sinja Leemann und Alizée Aymon sichern mit ihren Vertragsverlängerungen die defensive und offensive Mittelachse. Das Trio galt intern als unantastbar – nun wird es zur Anker-Kette im neuen Konstrukt.

Die größte Wette setzen die Berner auf Victoria Butuzov. Die deutsch-ukrainische Stürmerin wechselt mit gerade einmal 16 Jahren vom ECDC Memmingen in die Hauptstadt. 41 Scorerpunkte in der vergangenen DEB-Meisterschaft sprechen eine deutliche Sprache. Ob sie sofort Playoff-Druck verträgt, bleibt offen. Bern verpflichtet damit eine Zukunft, nicht nur einen Spieler.

Coaching-duo bleibt an bord

Coaching-duo bleibt an bord

Die Bank bleibt stabil. Headcoach Michel Zwahlen und Assistenztrainer Janick Holzer führen das Projekt weiter. Nach zwei Final-Einläufen in Serie scheint der Club die Niederlage als Lehrstück, nicht als Arbeitsgrund zu werten. Kontinuität auf der Bande, Kahlschlag auf dem Eis – ein Paradox, das nur funktioniert, wenn die Neuzugänge schneller reifen als erwartet.

Weitere Transfers sollen in den nächsten Wochen folgen. Intern heißt es, man wolle „athletische und emotionale Reife“ kombinieren. Übersetzt: weniger Torschuss-Statistik, mehr Charakter für Siebt-Spiele in fremden Arenen.

Für den Rest der Liga lautet die Botslage: Der SC Bern ist nicht am Boden, er resettet. Wer nächstes Jahr in der Postseason auf die Berner trifft, spielt nicht gegen ein verunsichertes Team, sondern gegen einen Klub, der sich selbst das Ultimatum gesetzt hat. Die Uhr tickt – schon jetzt.