Savchenko kritisiert deu: fehlende wertschätzung für erfahrung?

Eiskunstlauf-ikone aljona savchenko übt scharfe kritik

Aljona Savchenko, die 2018 mit Bruno Massot Olympiagold im Paarlauf gewann, hat sich in einem Interview mit web.de News kritisch über die Deutsche Eislauf-Union (DEU) geäußert. Sie bemängelt die fehlende Einbindung ehemaliger Spitzensportler in die Nachwuchsförderung und die aktuelle Struktur des deutschen Eiskunstlaufs. Ihre Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die deutsche Mannschaft bei den aktuellen Winterspielen keine Einzelläufer stellt, was sie als "traurig" bezeichnet.

"Warum fragt man uns nicht?"

"Ich finde es sehr schade und auch unverständlich, dass man mich oder andere ehemalige Top-Athletinnen und -Athleten in Deutschland nicht fragt, ob wir bereit wären, aktiv mit dem Nachwuchs und den aktuellen Talenten zusammenzuarbeiten", so Savchenko. Sie betont, dass sie jederzeit bereit sei, ihre Erfahrung weiterzugeben, betont aber, dass es nie eine entsprechende Anfrage gab. Diese fehlende Wertschätzung für das Wissen ehemaliger Champions sieht sie als großes Problem.

Strukturelle probleme im deutschen eiskunstlauf

Die sechsfache Weltmeisterin sieht grundlegende strukturelle Defizite im deutschen Eiskunstlauf. "Wenn man die besten Läufer von damals nicht einbezieht – diejenigen, die selbst Olympiasieger oder Weltmeister waren und den internationalen Wettkampfstandard aus erster Hand kennen – wie sollen dann die Nachwuchsläuferinnen und -läufer lernen, was wirklich nötig ist, um auf höchstem Niveau erfolgreich zu sein?", fragt sie nachdrücklich.

Mangelnde nachwuchsförderung als kernproblem

Besonders die Jugendförderung bemängelt die heute als Trainerin tätige Savchenko. Es bedürfe einer grundlegenden Veränderung des Systems. "Die Nachwuchsförderung muss besser sein. Es braucht professionelle Trainer und ein großes Team, das Erfahrung bei internationalen Wettkämpfen hat", fordert sie. Nur so könne man die internationale Konkurrenzfähigkeit wiederherstellen.

Deu reagiert auf die kritik und zeigt sich offen

Auf Anfrage des SID bekräftigte die DEUihren Reformwillen und zeigte sich offen für eine Zusammenarbeit mit Aljona Savchenko. Sportdirektor Jens ter Laak lud sie herzlich ein, ihren Beitrag zur Neuausrichtung des Eiskunstlaufsports zu leisten. Seine Telefonnummer sei allseits bekannt, so ter Laak, und er werde Savchenko auch persönlich kontaktieren. Die Tür stehe offen.

Zukunftspläne der deu für den olympiazyklus 2030

Die DEU plane für das Jahr 2026 eine "größere Initiative", um sich neu aufzustellen. Verbandspräsident Andreas Wagner betonte, dass man bereits mit der personellen Neuausrichtung begonnen habe und an der Weichenstellung für den Olympiazyklus 2030 arbeite. Die DEU wolle ihre besten Sportlerinnen und Sportler in internationale Trainingsgruppen empfehlen und Deutschland als attraktiven Trainingsstandort positionieren. Die Unterstützung von ehemaligen Champions wie Savchenko wäre dabei von großem Wert.

Ausblick auf mailand cortina 2026

Die kommenden Olympischen Winterspiele in Mailand Cortina 2026 werden zeigen, ob die Reformen der DEU Früchte tragen. Derzeit liegt der Fokus auf der Förderung des Nachwuchses und der Schaffung optimaler Bedingungen für die Athleten, um wieder an die Weltspitze zu gelangen. Die Hoffnungen ruhen auf den jungen Talenten und der Erfahrung, die von ehemaligen Größen wie Aljona Savchenko eingebracht werden kann.