Savchenko kritisiert deu: fehlende wertschätzung für erfahrung?
Eiskunstlauf-legende aljona savchenko äußert kritik an der deutschen eislauf-union
Aljona Savchenko, die 2018 mit Bruno Massot Olympiagold im Paarlauf gewann, hat sich kritisch über die Arbeit der Deutschen Eislauf-Union (DEU) geäußert. In einem Interview mit web.de News bemängelte die sechsfache Weltmeisterin die fehlende Einbindung ehemaliger Spitzensportler in die Nachwuchsförderung. “Ich finde es sehr schade und auch unverständlich, dass man mich oder andere ehemalige Top-Athletinnen und -Athleten in Deutschland nicht fragt, ob wir bereit wären, aktiv mit dem Nachwuchs und den aktuellen Talenten zusammenzuarbeiten”, so Savchenko.
Fehlende einladung und mangelnde anerkennung
Savchenko betonte, dass sie jederzeit bereit sei, ihr Wissen und ihre Erfahrung einzubringen. Bisher habe es jedoch nie eine offizielle Einladung von der DEU gegeben. Sie hinterfragt, wie junge Läuferinnen und Läufer auf höchstem Niveau erfolgreich sein sollen, wenn die Erfahrungen von ehemaligen Champions nicht berücksichtigt werden. “Wenn man die besten Läufer von damals nicht einbezieht…,” so Savchenko, “wie sollen dann die Nachwuchsläuferinnen und -läufer lernen, was wirklich nötig ist, um auf höchstem Niveau erfolgreich zu sein?”
Strukturelle probleme in der nachwuchsförderung
Die 42-Jährige sieht grundlegende strukturelle Probleme im deutschen Eiskunstlauf, insbesondere in der Nachwuchsförderung. Sie fordert ein modernes System, professionelle Trainer und ein starkes Team mit internationaler Wettkampferfahrung. Die Abwesenheit deutscher Einzelläufer bei den aktuellen Winterspielen bezeichnet sie als “traurig” und sieht darin ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit von Veränderungen.
Deu zeigt sich offen für zusammenarbeit
Auf Anfrage des SID bekräftigte die DEU ihren Reformwillen und signalisierte Offenheit für eine Zusammenarbeit mit Savchenko. Sportdirektor Jens ter Laak lud Savchenko herzlich ein, ihren Beitrag zur Neuausrichtung des Eiskunstlaufsports in Deutschland zu leisten. „Aljona ist herzlich eingeladen, ihren Beitrag bei der Neuausrichtung des Eiskunstlaufsports hierzulande zu leisten. Auch die Erfahrungswerte und den positiven Input anderer Olympioniken nehmen wir gerne auf, meine Rufnummer ist allseits bekannt“, sagte ter Laak.
Zukünftige pläne und olympia 2030
Ter Laak kündigte an, dass die DEU sich für den kommenden Olympiazyklus neu aufstellen werde und ihre besten Athleten gezielt in internationale Trainingsgruppen empfehlen wolle. Verbandspräsident Andreas Wagner sprach von einer größeren Initiative, die für 2026 geplant sei. Man arbeite bereits an einer personellen Neuausrichtung und an der Weichenstellung für den Olympiazyklus 2030.
Hoffnung auf eine positive entwicklung
Die DEU scheint bereit, die Kritik von Savchenko ernst zu nehmen und aktiv an Verbesserungen zu arbeiten. Es bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Maßnahmen tatsächlich zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation im deutschen Eiskunstlauf führen werden. Die Erfahrung und das Know-how von ehemaligen Top-Athleten wie Aljona Savchenko könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.
