Saskia probst jagt mit den flames die nächste sensation
Die Torschützin trifft, der Pokalsieger zulangt. Saskia Probst wechselt aus der 2. Bundesliga direkt in die Königsklasse – und könnte Bensheim/Auerbach noch gefährlicher machen als es Lucie-Marie Kretzschmar bereits tut.
Probst' 112 treffer waren erst der anfang
Rechtsaußen, Linkshand, kalte Schulter. Die 28-Jährige trug in dieser Saison 112 Mal den Ball im Freiburger Trikot zum Tor – Platz vier der Schützenliste, nur drei Tore hinter der Spitze. Jetzt zielt sie auf die erste Liga. „Das absolute Highlight meiner Karriere“, sagt sie, als hätte sie den Deal schon vor Wochen im Kopf abgeschlossen.
Die Zahlen lügen nicht. 6,2 Treffer pro Spiel, 71-prozentige Effizienz von der Außenbahn, dazu ein Tempo, das selbst schnelle Abwehrreihen ins Straucheln bringt. In Frankreich hat sie gelernt, wie man sich im engen Kreis durchboxt; in Bensheim wird sie lernen, wie man Titel boxt.

Kretzschmar und polsz – das neue rechte rädchen
Trainerin Ilka Fickinger plant ein Duo, das mit wenigen Schritten viel Platz frisst. Neben Jule Polsz soll Probst eine Doppelläufigkeit erzeugen, die Gegner in Dauerlaufschwäche zwingt. „Saskia bringt Tempo und Verantwortung“, sagt Fickinger. Gemeint ist: Sie trifft, wenn die Uhr schon tickt.
Lucie-Marie Kretzschmar kennt den Druck, der vom Namen kommt. Ihr Vater Stefan feierte sein Debüt in der Bundesliga mit 17, wurde Legende. Jetzt kann sie einem Neuling zeigen, wie man mit Erwartung umgeht, statt sich von ihr zerfleddern zu lassen.

Strategie statt sentimentalität
Geil und Heßler, die künftig die Geschäftsführung verlassen, hinterlassen eine klare Handschrift: Jung, hungrig, treffsicher. Probst passt ins Raster wie ein Würfel ins Spiel. Die Flames haben den Vize-Pokal bereits in der Vitrine, die Meisterschaft ist das nächste Ziel. Mit Probst an Bord steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Trophäe bald umzieht.
Die Saison ist noch nicht zu Ende, doch die nächste beginnt schon in den Köpfen. Wenn Probst im Sommer durch die Halle sprintet, werden Gegner nicht nur ihren Wurf kennen, sondern auch ihren Schatten. Und der ist lang geworden in dieser Saison – 112 Mal lang.
