Sarri lässt vor sassuolo den frust ab: provedel-aus als bürde, motta unter druck

Maurizio Sarri schlägt vor dem Spiel gegen Sassuolo die Hände über dem Kopf zusammen – und dann redet er. Nicht in Rätseln, sondern mit der Schärfe eines Trainers, der spürt, dass seine Mannschaft an der Kante steht.

Die wahre lazio bleibt versteckt

„Wir haben binnen drei Tagen zwei völlig verschiedene Teams gesehen“, sagt er und meint den Sprung von Mittwoch auf Sonntag, von Europa-League-Euphorie zu Liga-Flaute. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Lazio schwankt zwischen Champions-League-Niveau und Mittelmaß, je nach Kalenderblatt. Sarri nennt das „nicht erklärbar“, aber er kennt die Antwort: „Es ist die Einstellung.“

Der Coach lenkt den Blick auf einzelne Schachfiguren. Motta, der Youngster, wird öffentlich instruiert: „Je mehr ich spreche, desto mehr Druck baue ich auf ihn auf.“ Ein Satz, der wie ein Testlauf klingt – mit offenem Ausgang. Dahinter steckt der Verdacht, dass der 22-Jährige die Last der Erwartungen noch nicht tragen kann.

Dann kommt der Knaller: Provedel fällt aus. Sarri spricht von einer „schwerwiegenden Abwesenheit“. Der erste Keeper war die Konstante in einem sonst wackeligen Konstrukt. Ohne ihn wirkt die Abwehr wie ein offenes Tor. Der Coach räumt ein, dass er die Verpflichtung von Mandas im Winter ablehnte – ein Fehler, der ihn jetzt einholt.

Leeres olympico als spiegelbild

Leeres olympico als spiegelbild

Die leeren Ränge im Stadio Olimpico sind für Sarri nicht nur ein optisches Problem. „Es ist traurig und deprimierend“, sagt er. Die Fans haben die Nase voll, und die Mannschaft spürt es. Sarri fordert das Präsidium auf, „endlich etwas zu tun“. Kein Appell an die Sympathie, sondern ein Hilferuf an die Geschäftsführung.

Am Ende bleibt der Wunsch, die Lazio vom Europa-League-Mittwoch auch am Sonntag zu sehen. Eine kleine Binsenweisheit, die in Rom aber wie ein Wunder klingt. Denn wenn die Kopf-Switch-Funktion nicht rechtzeitig klickt, rutscht Lazio tiefer in die Krise – und Sarri näher an der Kipppunktszone. Die nächsten 90 Minuten sind mehr als drei Punkte, sie sind ein Stresstest für die Psyche eines ganzen Vereins.