Sané im wm-kader: nagelsmann setzt auf bauchgefühl und verbundenheit
Ein Aufschrei ging durch die Fußballnation, als Julian Nagelsmann Leroy Sané für den WM-Kader in die USA, Kanada und Mexiko nominierte. Der Offensivspieler, dessen Leistungen bei Galatasaray kaum überzeugen, wird trotzdem mit ins Turnier fahren. Doch hinter dieser Entscheidung steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten lässt.
Die schattenseiten von sanés auftritten
Elf Liga-Spiele, lediglich ein Tor – die Bilanz liest sich alles andere als rosig. Die Frage, warum Nagelsmann dem 30-Jährigen weiterhin vertraut, beschäftigt die Fans und Experten gleichermaßen. Der Bundestrainer selbst spricht ein Problem an, das Sané seit Jahren begleitet: „Er ist ein Spieler, bei dem man immer eher das sieht, was er nicht bringt, weil er manchmal leider eine gewisse Ausstrahlung hat.“ Eine deutliche Kritik, die zeigt, dass Nagelsmann die Zweifel kennt und teilt.

Mehr als nur zahlen: die rolle im team
Doch Nagelsmann blickt über die reinen Statistiken hinaus. Er betont die immense Wertschätzung, die Sané innerhalb der Nationalmannschaft genießt. „Er hat eine extrem hohe Anerkennung im Team. Da sind Antonio Rüdiger, Jona Tah, Jamal Musiala – da kann ich noch 15 andere nennen –, die eine extrem enge Bindung zu ihm haben.“ Diese Symbiose im Teamgefüge sei entscheidend und ein Faktor, der für Sanés Nominierung spricht. Die Chemie muss stimmen, und hier scheint Sané offenbar eine wichtige Rolle zu spielen.

Das bauchgefühl des trainers: eine alte bekanntschaft
Abgesehen von den sportlichen Aspekten kommt es auch auf die persönliche Ebene an. Nagelsmann erklärt: „Der dritte Punkt ist, dass ich ihn ewig kenne, einen Super-Draht zu ihm habe und mir zutraue, den Spieler so zu kitzeln, dass am Ende der WM deutlich mehr positive Stimmen über ihn fallen werden als negative.“ Ein Vertrauensvotum, das auf einer langjährigen Beziehung basiert. Er glaubt, Sanés Potenzial freisetzen zu können.

Die finale bewährungsprobe: speed und technik
Auch sportlich sieht Nagelsmann in Sané noch etwas Besonderes: „Er hat nach wie vor etwas ganz Besonderes im engen Raum. Und die vielleicht nicht so gute Quote im Verein führt dazu, dass er vielleicht erstmal eine Herausforderer-Rolle hat.“ Seine Schnelligkeit und Technik könnten gegen tief stehende Gegner den entscheidenden Unterschied ausmachen. Er kann Impulse setzen, etwas auslösen, wo andere an ihre Grenzen stoßen.
Die Entscheidung für Sané ist ein kalkuliertes Risiko, ein Spiel mit dem Bauchgefühl. Ob sich dieser Schachzug am Ende auszahlt, wird die WM zeigen. Aber eines ist klar: Julian Nagelsmann setzt auf einen Spieler, den er kennt und dem er vertraut – und das, obwohl die Statistiken ein anderes Bild zeichnen. Die Hoffnung ruht auf einer starken WM-Performance, die die Zweifel endlich verstummen lässt.
