Bilbao zögert: wm-gastrolle für san mamés in frage?
Ein Schatten legt sich über die Vorfreude in Bilbao: Während die Stadt sich auf die prestigeträchtigen Rugby-Finals vorbereitet, mehren sich Stimmen, die an der Teilnahme des baskischen Stadions San Mamés an der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 zweifeln. Die Verantwortlichen prüfen offenbar, ob der Aufwand und die damit verbundenen Kompromisse den Nutzen überwiegen – ein Signal, das die FIFA spüren könnte.

Die rugby-euphorie kontrastiert mit wm-bedenken
Die Atmosphäre in Bilbao ist geradezu euphorisch. In acht Tagen treffen Ulster und Montpellier im EPCR Challenge Cup aufeinander, gefolgt von der Invester Champions Cup-Finalpartie zwischen Leinster und Bordeaux. Ein doppelter Hattrick für den europäischen Rugby-Sport, der die Stadt in einen wahren Sport-Jubelschrei versetzt. Doch parallel dazu tobt hinter den Kulissen eine Debatte: Sollte San Mamés tatsächlich Teil der WM 2030 sein? Die Entscheidung ist noch längst nicht gefallen.
Die Keimzündung für die Überprüfung kam aus San Sebastián, wo bereits während früherer Bewerbungen um Großveranstaltungen Unmut über die mit der FIFA-Zugehörigkeit verbundenen Auflagen und Einschränkungen geäußert wurde. Ein Umstand, der nun auch in Bilbao Anklang findet. Die Verantwortlichen ringen mit der Frage, ob die FIFA-Bedingungen mit den eigenen Vorstellungen von einem reibungslosen und sportlich fokussierten WM-Ablauf vereinbar sind.
Ainara Basurko, Vizepräsidentin der Provinz Bizkaia, sieht in den Rugby-Finals hingegen einen Beweis für die Leistungsfähigkeit der Region. „Wir beweisen erneut, dass Bizkaia ein attraktiver, fortschrittlicher und gastfreundlicher Ort für internationale Sportveranstaltungen ist“, so Basurko. Die Infrastruktur stimmt, die Fans sind bereit und die Erfahrung aus dem Jahr 2018 wurde genutzt. Die Zahl spricht für sich: 87 Prozent der Hotelkapazitäten sind bereits ausgebucht, und die Fan-Zonen locken Besucher aus aller Welt an.
Zur Bewältigung des erhöhten Besucherandrangs werden Verkehrsänderungen vorgenommen, die auch den öffentlichen Nahverkehr betreffen. Die Gastronomie profitiert ebenfalls von der Veranstaltung, mit verlängerten Öffnungszeiten und 26 Charterflügen, die am Flughafen Loiu landen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Organisation und dem reibungslosen Ablauf, um den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Der Flughafen Loiu hatte diesen Freitag 26 Charterflüge im Zusammenhang mit den Finalspielen.
Obwohl viele Fans von Bordeaux nach den jeweiligen Spielen in ihre Heimat zurückkehren werden, sind die verbleibenden Tickets für die Spiele begehrt. Die Tickets für den Freitag sind bereits ab 35 Euro erhältlich, während die Karten für den Samstag mindestens 100 Euro kosten. Die Entscheidung, ob San Mamés Gastgeber der WM wird, wird die kommenden Wochen entscheidend prägen.
Ein letztes Detail, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht: Der Leinster Rugby Club, einziger Vertreter aus dem Jahr 2018, kehrt nach Bilbao zurück – mit der Erinnerung an einen triumphalen Sieg im Rücken. Das Duell zwischen Leinster und Racing 92 im Jahr 2018 zog 52.218 Zuschauer an und bleibt ein unvergessliches sportliches Ereignis für San Mamés.
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