Salzburg zieht werder-trainer ab: duarte springt ins red-bull-abenteuer

RB Salzburg schlägt zu. Der österreichische Serienmeister hat mit Raphael Duarte den Co-Trainer von Werder Bremen abgeworben – und damit einen Mann, der in Bremen gerade mal sieben Monate im Amt war.

Der 29-jährige Luxemburger löst seinen Vertrag in Bremen auf, unterschreibt sofort bei den „Bullen“ und wird neuer Assistent von Chefcoach Daniel Beichler. Für Werder bedeutet das: Wegfall der Gehaltslast, aber auch der Verlust eines Analysten, den Horst Steffen einst als „mein zweites Gehirn auf der Bank“ bezeichnete.

Duarte folgt dem ruf ins alpen-finanzparadies

Der Wechsel kommt nicht aus heiterem Himmel. Bereits nach Steffens Rauswurf Anfang Februar sickerte durch, dass Duarte „offen für neue Herausforderungen“ sei. Salzburg bot Gespräche, Werder stellte keine Steine in den Weg. „Wir haben Raphaels Wunsch entsprochen“, sagt Sportchef Clemens Fritz, der damit auch interne Etatkohle freimacht.

In Salzburg trifft Duarte auf Zlatko Junuzovic. Der ehemalige Bremer Kult-Kicker arbeitet seit Oktober 2025 als Co-Trainer der U-19 und soll künftig die Schnittstelle zwischen Campus und Profikader sein. Ein Wiedersehen mit emotionalen Untertönen: Junuzovic war es, der 2021 in Bremen für viele Fans die letzte Identifikationsfigur weggebissen hatte, als er ins Ausland wechselte.

Werders coaching-carousel dreht sich weiter

Nun steht der nächste Neuanfang an. Zwischenzeitlich führte Interims-Coach Florian Kohfeldt die Mannschaft zurück in die Spur, doch die jüngste Pleite gegen Mainz zeigt: Die Krise ist nicht überwunden. Mit Duarte verschwindet auch das letzte Relikt der Steffen-Ära, die intern als „zu analytisch, zu wenig emotional“ kritisiert worden war.

Die Personalie Duarte bleibt dennoch ein Lehrstück über Kurzzeit-Engagements im modernen Fußball. Anfang Juli 2025 stolzierte er noch als „Innovator mit iPad und Heatmap“ durch die Weser-Stadt, heute sitzt er bereits im Flieger Richtung Mozart-Stadt. Die Amtszeit: 228 Tage. Die Bilanz: kein einziger Sieg mit Steffen, dafür ein Abschied, der keinen einzigen Fantransporter blockiert.

Für Salzburg ist die Verpflichtung ein typischer Red-Bull-Coup: Jung, datengetrieben, international. Für Werder bleibt die Erkenntnis, dass auch der beste Videoanalyst keine Punkte auf dem Platz erzielt. Die Suche nach einem neuen Co-Trainer läuft bereits – und wird Teil des nächsten Reboots, den die Grün-Weißen nach der Saison starten müssen, um nicht im eigenen Sumpf stecken zu bleiben.