Saisonfinale der superlative: schweizer skifahrer feiern historischen dreifacherfolg in saalbach
Das Kribbeln im Magen hat sich gelohnt. Drei Schweizer, ein Podest, null Gegner. In Saalbach krönten Sandro Manser, Lenz Hächler und Philipp Kälin den Winter mit einem Ergebnis, das selbst eingefleischte Europacup-Hasen zum Staunen bringt: Platz eins, zwei, drei – alles Rot-Weiss.
Manser zieht nach, hächler nagelt ihn fest
9 Hundertstel. So dünn ist das Sieger-T-Shirt diesmal geschnitten. Manser, 20, der Schwyz, der schon im Dezember in Santa Caterina die Uhr stoppte, jagt sich selbst. Hinter ihm Lenz Hächler aus Zug, dessen Ski bis zur Zielaufhängung zittert. Dazwischen nur Luft, Statistik und ein Jubelgeschrei, das bis Zürich reicht.
Philipp Kälin macht das Trio perfekt. Auch ihm fehlen nur 9 Hundertstel auf Hächler, doch sein Grinsen ist metergroß. „Wir haben uns gegenseitig getrieben, nicht bloß angefeuert“, sagt er später. Kein Wunder: ein Skiclub, drei Podestplätze – das gab’s im Europacup zuletzt 1994.

Die rechnung geht auf – und weiter
Arnaud Boisset, Delio Kunz und Loïc Chable landen gemeinsam auf Rang sechs. Kein Zufall, sondern System. Schweizer Ski spült diesen Winter routinemäßig Top-Ten-Plätze an den Hang, als hätte jemand im Sommer die Kanten neu eingestellt.
Doch der Tag hat noch ein zweites Kapitel. Manser sammelt so viele Punkte, dass er die Abfahrtswertung auf Platz zwei schiebt – nur hinter Ken Caillot, dem Franzosen mit Weltcup-Routine. Gaël Zulauf aus dem Waadtland folgt auf drei. Beide haben sich damit Startrechte für die Weltcup-Abfahrten 2026/27 gesichert. Fix. Unumkehrbar. Ein Ticket, vor dem viele Talente jahrelang bangen.

Was jetzt zählt
Manser wird nicht lange feiern. Morgen geht’s ins Leistungszentrum, dann auf Gletscher. „Der Weltcup ist ein anderer Planet“, sagt er. „Dort zählt nicht mehr Dreifach-Sieg, sondern Zehntel gegen Beat Feuz und Co.“
Hächler und Kälin werden mitziehen. Sie wissen: Saalbach war ein Fest, aber die Saison, die wirklich zählt, beginnt im Oktober. Wer dann die Kurven sieht, ohne zu zögern, der darf wieder träumen – und vielleicht schon in Beaver Creek oder Kitzbühel aufpflanzen.
Die Schweizer Farbe ist rot-weiß. In Saalbach war sie einfach nur schneller als alle anderen.
