Sainz zündet alarm: „50 g bei 300 km/h – das nächste mal knallt’s ohne auslaufzone“

Carlos Sainz fuhr in Suzuka eine perfekte Rennstrategie, stand nach 53 Runden 15. – und schlug anschließend mit der Faust aufs Podium. Der Grund: Ollie Bearman krachte mit 50 g in die Wand, weil die Hybrid-Boosts die Autos auf 350 km/h peitschen, ohne dass die Batterie nachhält. „Wir haben gewarnt, niemand hörte zu“, sagt Sainz. Sein Appell an FIA und Teams: „Schaltet die Power runter, bevor jemand in Baku oder Las Vegas auf offener Strecke verglüht.“

Williams liegt im tiefschlaf – und sainz zahlt die zinsen

Der Spaner spulte Start-Nr. 55 wie ein Uhrwerk ab, überholte sogar den Alpine von Franco Colapinto, doch das FW48-Chassis ist einfach zu langsam. „Wir maximieren alles und landen trotzdem hinter den Haas-Rumpelkisten“, lacht er bitter. Die Aero-Last ist gering, der Downforce fehlt, die Batterie klappt nach zwei Runden aus – und schon rollt Sainz als fahrender Geisterfahrer durch die Esses. Sein Kommentar: „Wir drücken Reset und hoffen, dass die nächsten fünf Wochen reichen, um aus diesem Brett einen Rennwagen zu bauen.“

Das große Problem: Wegen der Absage von Bahrain und Saudi-Arabien bleiben statt zwei nur fünf Wochen bis Miami. Kein Wintertest, kein Langlauf. „Meine Vorbereitung war ein 10-Januar-Simulator-Shift“, sagt Sainz. „Jetzt sitzt der gesamte Laden in der Fabrik in Grove und soll Luft nach oben erfinden.“ Für ihn persönlich ist die Pause trotzdem Gold wert: „Endlich kann ich trainieren, statt nur Kaffee zu kochen.“

Der boost ist ein trojanisches pferd – und die piloten sitzen im bauch

Der boost ist ein trojanisches pferd – und die piloten sitzen im bauch

Hinter den Kulissen kocht die Stimmung. Die FIA schaltet den elektrischen Overtake-Modus frei, doch die Batterie schmiert nach wenigen Sekunden ab. Resultat: Die Fahrer treten Vollgas, die Geschwindigkeit explodiert, die Bremse wird zum Glühkörper – und bei kleinster Fehlstellung rast man mit 50 g in die Bande. „Das ist kein Racing, das ist Roulette“, wettert Sainz. „In Baku gibt’s keine Auslaufzone, in Vegas erst recht nicht. Wenn wir da mit 360 km/h in die Wand fliegen, haben wir ein Problem.“

Seine Forderung: „Reduziert die elektrische Leistung um 70 kW, wir verlieren vielleicht eine halbe Sekunde, gewinnen aber Sicherheit und echten Wheel-to-Wheel-Kampf statt Boost-Autobahn.“ Die Teams blockieren, weil jedes Gramm Performance Punkte kostet. Sainz kontert: „Punkte nützen nichts, wenn der Fahrer im Krankenhaus liegt.“

Die Stunde der Entscheidung tickt. In fünf Wochen muss Williams liefern, sonst wird aus der Saison 2025 ein einziges Qualifying-Debakel. Und die FIA? Sie hat die Wahl: entweder den Piloten zuhören – oder die nächste 50-g-Bombe riskieren. Sainz hat seinen Satz schon parat: „Dann war’s das mit der Show, und die Schuld liegt auf dem Schreibtisch in Genf.“