Sahitis maccabi-abenteuer abrupt beendet: krieg und unsicherheit zwingen ihn zum abschied

Ein Wechselbad der Gefühle für Emir Sahiti: Nur wenige Monate nach seinem Leihgeschäft zu Maccabi Tel Aviv hat der HSV-Profi das Land verlassen. Die Gründe liegen im aktuellen Konflikt im Nahen Osten und der daraus resultierenden Sicherheitslage – ein Schock für den Verein und ein ungewisses Zukunftsszenario für den talentierten Rechtsaußen.

Von hoffnungen auf stammplatz zu sicherheitsbedenken

Von hoffnungen auf stammplatz zu sicherheitsbedenken

Sahiti, der in der Hinrunde beim Hamburger SV nur wenig Einsatzzeit erhielt, schien in Tel Aviv einen Neustart zu wagen. Seine ersten fünf Pflichtspiele sprachen für ihn: vier Treffer unter Beweis gestellt, die Kaufoption von 500.000 Euro schien plötzlich realistisch. Doch die Freude währte nicht lange. Der Ausbruch des Iran-Kriegs und die eskalierende Situation im Nahen Osten zwangen den siebenmaligen Nationalspieler des Kosovo, seine Pläne zu überdenken – und schließlich aufzugeben.

Während Maccabi Tel Aviv am Osterwochenende einen klaren Sieg gegen Hapoel Haifa feierte, fehlte Sahiti als einer von zwei Ausländern. Nach israelischen Medienberichten wird nun erwartet, dass der 27-Jährige nicht mehr nach Tel Aviv zurückkehren wird. Die Entscheidung, das Land mit seiner Familie zu verlassen, ist verständlich angesichts der anhaltenden Unsicherheit.

Der Ligabetrieb in Israel hat zwar wieder begonnen, allerdings ohne Zuschauerpräsenz. Fünf Wochen nach den Angriffen auf den Iran und die USA wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen – ein Zeichen von Widerstandsfähigkeit, aber auch ein Spiegelbild der angespannten Lage. Maccabi Tel Aviv hatte seinen ausländischen Spielern bereits unmittelbar nach Kriegsbeginn die Möglichkeit eingeräumt, Israel aus Sicherheitsgründen zu verlassen. Sahiti nutzte dieses Angebot und reiste mit seiner Familie nach Kroatien, wo er zuvor für Hajduk Split und HNK Sibenik aktiv war.

Einige Profis kehrten jedoch zum Trainingslager auf Zypern zurück, Sahiti und der Venezolaner Kervin Andrade gehören nicht dazu. Sein Leihvertrag beim HSV läuft am 30. Juni aus, danach ist er bis 2027 an den Bundesligisten gebunden. In der Vorsaison in der 2. Bundesliga erzielte er noch drei Tore in 22 Spielen, in der Bundesliga kam er lediglich an den ersten beiden Spieltagen zum Einsatz, danach pendelte er zwischen Bank und Tribüne.

Die Frage, wie es für Sahiti weitergeht, bleibt offen. Während der HSV weiterhin auf ihn vertraut, steht der Spieler vor der Herausforderung, eine neue sportliche Heimat zu finden, die ihm die Chance bietet, sein Potenzial voll auszuschöpfen – und ihm gleichzeitig ein Gefühl von Sicherheit gibt.