Sahiti verlässt tel aviv: kriegsauswirkungen auf hsv-leihe

Ein überraschender Abgang erschüttert den israelischen Fußball: Emir Sahiti, ausgeliehen vom Hamburger SV, hat Maccabi Tel Aviv aufgrund der anhaltenden Sicherheitslage im Nahen Osten verlassen. Der Rechtsaußen, der erst im Winter in Israel anheuerte, kehrt offenbar nicht zurück – eine Entwicklung, die die Zukunftsperspektiven des Spielers erheblich verändert.

Die rasante eingewöhnung und die kaufoption

Sahiti schien sich in Tel Aviv nahtlos in das Team einzufügen. In seinen ersten fünf Pflichtspielen erzielte er bereits vier Treffer und hinterließ einen positiven Eindruck. Maccabi Tel Aviv erwog sogar, die vereinbarte Kaufoption von 500.000 Euro nach Ende der Saison zu ziehen, um den Kosovaren fest zu verpflichten. Doch die jüngsten Ereignisse haben diese Pläne durchkreuzt.

Der Iran-Krieg und die damit verbundene Unsicherheit im Nahen Osten zwingen den siebenfachen Nationalspieler des Kosovo, Israel zu verlassen. Gemeinsam mit seiner Familie hat er das Land aus Sicherheitsgründen bereits verlassen und befindet sich nun in Kroatien, wo er vor seinem Wechsel zum HSV für Hajduk Split und HNK Sibenik aktiv war.

Während Maccabi Tel Aviv am Osterwochenende einen hohen Sieg gegen Hapoel Haifa feierte, fehlte Sahiti als einer von zwei ausländischen Spielern. Nach Informationen israelischer Medien gilt seine Rückkehr als äußerst unwahrscheinlich.

Wiederaufnahme des spielbetriebs unter besonderen bedingungen

Wiederaufnahme des spielbetriebs unter besonderen bedingungen

Der Ligabetrieb in Israel wurde indes wieder aufgenommen, allerdings unter dramatischen Bedingungen. Nach den iranischen Raketenangriffen auf das Land werden die Spiele ohne Zuschauer ausgetragen. Maccabi Tel Aviv hatte seinen ausländischen Spielern unmittelbar nach dem Ausbruch des Konflikts die Möglichkeit eingeräumt, Israel zu verlassen – ein Angebot, das Sahiti und der Venezolaner Kervin Andrade nutzten. Das Trainingslager auf Zypern offenbarte dann endgültig die Entscheidung der beiden Spieler, nicht mehr nach Tel Aviv zurückzukehren.

Der Leihvertrag mit dem Hamburger SV läuft am 30. Juni aus. Sahiti ist dem Bundesliga-Klub danach noch bis 2027 vertraglich gebunden. In der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga gelangen ihm drei Tore in 22 Spielen, während er in der Bundesliga selbst nur in den ersten zwei Partien zum Einsatz kam, bevor er hauptsächlich auf der Bank Platz nehmen musste. Die Situation wirft nun die Frage auf, wie es für den talentierten Angreifer weitergeht und ob er seine Chance beim HSV unter Trainer Tim Walter ergreifen kann. Ob er im Sommer wieder in den Kader aufgenommen wird oder ein neuer Verein gesucht werden muss, bleibt abzuwarten.