Sabatini wirft salah-rom-kracher ein: 12-millionen-traum oder irrsinn?

Es ist ein Donnerstagabend in Trastevere, da flüstert Walter Sabatini ins Mikro von Prime Video – und binnen Sekunden kocht das Roma-Twitter. „Ich hoffe, Mo macht die romantische Wahl“, sagt der Ex-Sportdirektor, „ein Salah-Comeback wäre grandios.“ Mit einem Satz entfacht er ein Feuer, das eigentlich nie erloschen war.

Die 12-millionen-elefant im raum

Der Fakt: Mohamed Salah wird den FC Liverpool im Sommer nach acht Jahren verlassen. Kein Verlängerungssignal, keine Kehrtwende. Die Reds bereiten sich auf ein Leben ohne ihren 31-jährigen Pharao vor. Die Gerüchteküche brodelt, doch die Zahl, die jeden Roma-Verhandlungsführer erstarren lässt, lautet zwölf. Millionen. Netto. Pro Jahr.

Genau dieses Gehalt hat der Ägypter in Merseyside kassiert – und genau diese Summe würde die Friedkin-Bilanz sprengen. Die Roma stemmt derzeit einen Payroll von etwa 85 Millionen Euro, bei gleichzeitiger Notwendigkeit, die UEFA-Financial-Fair-Play-Limite einzuhalten. Salahs Wunschkonto würde allein 14 Prozent der kompletten Gehaltstreppe fressen. Ein Deal? Fast ein Fintech-Startup.

Warum sabatinis wunsch nicht nur nostalgie ist

Warum sabatinis wunsch nicht nur nostalgie ist

Der 69-jährige Scout erinnert sich gern an jene Saison 2016/17, als Salah 15 Tore und elf Assists lieferte, bevor ihn Liverpool für 42 Millionen Euro ablöste. „Er war damals schon ein Ferrari, heute ist er Formel-1“, sagt Sabatini. Tatsächlich: In 312 Premier-League-Spielen erzielte der Flügelstürmer 187 Treffer, gewann Champions League, Klub-WM, zwei FA-Cups. Seine Marktwertkurve gleicht einem Raketenstart – und sein Körper liegt trotz 30-plus noch immer bei einer Sprintgeschwindigkeit von 36,3 km/h.

Roma-Coach Daniele De Rossi bräuchte genau diesen Typus: einen dribbelstarken Rechtsaußen, der tief startet, diagonal zieht und Dybala entlastet. Derzeit fehlt im Kader ein Weltklasse-Goalgetter, nachdem Romelu Lukaku Ende Juni zu Chelsea zurückkehrt. Salah wäre aus sportlogischer Sicht ein Upgrade auf Turbo.

Die konstruktion eines fast unmöglichen transfers

Die konstruktion eines fast unmöglichen transfers

Doch wie könnte ein Transfer überhaupt funktionieren? Experten sprechen von einem „Konstrukt mit drei Säulen“: Gehaltsverzicht, Sponsorenzuschuß und verkürzter Vertrag. Salah müsste auf mindestens sieben Millionen runter, Investoren wie Qatar Airways oder DigitalBits – sollten sie zurückkehren – könnten zehn Millionen für Image-Rechte locker machen, und die Roma würde maximal ein Zweijahres-Konzept anbieten. Selbst dann bliebe das Risiko hoch: ein 33-Jähriger mit 200 Einsätzen in drei Jahren. Die medizinische Abteilung müsste Checks auf Herz, Knie und Quadrizeps veranstalten, die länger dauern als ein Kurzpass.

Ein weiteres Hindernis: die Mitspieler-Kabine. Nach dem Gehaltsgefüge von 2024 liegt Paulo Dybala mit 7,5 Millionen Euro an der Spitze, gefolgt von Romelu Lukaku (6,5) und Leonardo Spinazzola (4,2). Eine Einzelkündigung der Gehaltsstruktur würde sofort Neid erzeugen – und De Rossis Teamgeist in Frage stellen.

Die fan-seite: zwischen wunsch und wirtschaft

Am Tibervorort haben die ersten Ultras bereits ein Plakat angebracht: „Mo, komme heim – wir nehmen dich mit offenen Armen und geschlossenen Büchern.“ Die Ironie dahinter: Geschlossene Bücher bedeuten leere Kassen. Die Roma verzeichnete in der letzten Bilanz einen Verlust von 38 Millionen Euro, die neue Arena kostet 320 Millionen. Ein Salah-Transfer würde die Finanz-Kommission der UEFA sofort auf den Plan rufen.

Trotzdem: Der emotionale Wert ist unbestritten. In den letzten fünf Jahren verlor der Verein an internationalem Glanz. Ein Salah-Comeback würde die Social-Media-Reichweite innerhalb von 24 Stunden verdoppeln, Trikots mit Nummer 11 wären ausverkauft, und die ASX-Aktie (Friedkin Sports) dürfte um fünf bis sieben Prozent nach oben schnellen. Kurz: Der Ägypter ist ein Markt-Event.

Die countdown-uhr tickt bereits

Salah hat bis 30. Juni Zeit, sich für einen neuen Klub zu entscheiden. Saudi-Arabien lockt mit 100-Millionen-Angeboten, der FC Bayern tastet sich vor, Paris Saint-Germain beobachtet. Die Roma hat offiziell keine Anfrage gestellt, doch Sabatinis Satz war mehr als bloßes Fernseh-Pathos. Er war ein Leak, ein Testballon, ein Weckruf. Tiago Pinto, derzeitiger Sportdirektor, telefoniert beinahe täglich mit Agent Ramy Abbas. Die Devise: „Wenn Mo runtergeht, steigen wir ein.“

Die Wahrscheinlichkeit? Laut Buchmachern 12:1. Die Romantik? Unbezahlbar. Und sollte sich der Pharao tatsächlich für ein halbes Gehalt und ein lautes Olympico-Stadion entscheiden, wäre es nicht nur Sabatinis Triumph, sondern die größte Liebeserklärung der Roma-Geschichte – gemessen an Zinsen, Zweikämpfen und Zukunftsträumen. Die nächsten 80 Tage entscheiden, ob aus Poesie Pflicht wird.