Sabalenka fordert fünf sätze: „ich hätte mehr grand slams gewonnen“
Aryna Sabalenka schlägt mit der Faust auf den Tisch – und zwar dreimal. Die Weltranglistenerste will, dass Frauen in den K.o.-Runden der Grand Slams bis zu fünf Sätze gehen. „Ja, lasst uns das machen“, sagt sie in Indian Wells. Ihre Begründung ist so direkt wie ihre Vorhand: „Ich hätte wahrscheinlich mehr Grand Slams gewonnen.“
Tiley liefert die feuertaufe für das best-of-five-format
Der Funke war beim Australian Open gefallen. Craig Tiley, der scheidende Turnierchef und künftige US-Tennis-Boss, sagte der New York Times, ab dem Viertelfinale sollte über fünf Sätze gespielt werden. Seine Zahlen: Je länger das Match, desto höher die Einschaltquote. Die Logik klingt simpel, die Folgen sind brisant.
Sabalenka lacht, als sie das hört. „Körperlich bin ich sehr stark“, wirft sie ein. Ihr Körper sei ein Diesel, nicht ein Benziner. Die 26-Jährige hat in den letzten zwei Jahren 14 Turniere gewonnen, dreimal war es ein Major. Ihr Spiel basiert auf Druck, nicht auf Taktik. Längere Matches würden ihr Spieltempo erst richtig entfachen.
Doch nicht alle applaudieren. Coco Gauff, die in Paris gerade noch Teenager war, als sie den Teller holte, zeigt sich zwiegespalten. „Es würde mir helfen, aber ich will keine Regel, die mitten im Turnier umschaltet“, sagt sie. Ihr Punkt: Gleichheit muss über das ganze Turnier gelten, nicht nur ab dem Viertelfinale.

Swiatek wettert: „männer sind körperlich stärker“
Iga Swiatek dagegen lehnt kategorisch ab. „Die Welt wird schneller, nicht langsamer“, sagt die Polin. Ihre Angst: Die Qualität leidet, das Publikum schaltet ab. Dazu kommt der Kalender. Jessica Pegula rechnet vor: „Wir bräuchten extra Wochen. Jetzt quetschen wir uns schon in Chartermaschinen, um den nächsten Flug zu erwischen.“
Die Debatte ist neu, die Fronten alt. Die Männer spielen seit 1984 in Melbourne über fünf Sätze, die Frauen nie. Die Argumente kreisen um Physiologie, TV-Geld und Gleichberechtigung. Sabalenka aber hat einen Trumpf: Sie ist die Beste der Welt. Wenn sie spricht, hören die Funktionäre zu.
Der nächste Schritt liegt bei den Grand-Slam-Bossen. Sie müssen entscheiden, ob sie das Produkt Tennis radikal umbauen – oder bei der alten Ordnung bleiben. Eins ist sicher: Wenn die Änderung kommt, wird Sabalenka als erste Unterschrift gelten. Und sie wird mit demselben Blick zurückschlagen, mit dem sie Return schlägt: kalt, kalkuliert, siegessicher.
