Sabalenka flucht auf portugiesisch – und das netz lacht

Ein Satz, ein Satz! Mitten im Halbfinale von Indian Wells schlägt Aryna Sabalenka einen Return ins Netz, stolpert rückwärts und röhrt ins Mikro: „p* que pariu!“ – auf Deutsch: „Verdammt noch mal!“ Kein Englisch, kein Russisch, sondern brasilianischer Kraftausdruck. Die Übertragung stockt eine Sekunde, dann platzt Twitter.

Warum plötzlich portugiesisch?

Die Antwort steht neben der Bank: Georgios Frangulis, ihr Verlobter, CEO des Kautschuk-Imperiums „Oakberry“ und geborener Carioca. Seit zwei Jahren teilen die beiden ein Haus in Boca Raton, und offenbar wird dort nicht nur Smoothie gelutscht, sondern auch ordentlich auf Portugiesisch geflucht. „Wenn der Ballkorb umfällt, fliegt hier ‚caralho‘ durch die Küche“, scherst sie später im Mixed Zone – und lacht das erste Mal so richtig seit dem Tod ihres Ex-Freundes im vergangenen Winter.

Die Szene dauert drei Sekunden, reicht aber, um die Algorithmus-Maschine zu entfachen. TikTok klöppelt 14 Millionen Views, Instagram überschlägt sich mit Memes: Sabalenka in Christo-Statue-Pose, Sabalenka mit Caipirinha statt Schläger. „Sprachkurs inklusive Matchball“, postet der brasilianische Verband binnen Minuten.

Die zahlen dahinter

Die zahlen dahinter

Doch hinter dem Lärm steckt eine harte Zahl: 23 Winner, 11 unerzwungene Fehler – so lautet die Bilanz gegen Linda Noskova, 19 Jahre alt, aber schon mit dem Blick eines Jägers. Sabalenka lässt sich nicht mehr aus der Ruhe bringen, seit sie mit dem Sportpsychologen der Miami Heat arbeitet. „Ich atme durch, zähle bis drei und weise mir selbst Rot, erklärt sie. Der Kraftausdruck auf Portugiesisch? „Notiz an mich: nächstes Mal leiser.“

Zum Finale gegen Iga Swiatek sagt sie mit flacher Stimme: „Das letzte Match ist ein Kampf gegen die eigene Dunkelheit.“ Dann grinst sie wieder: „Und wenn ich verliere, fluche ich vielleicht auf Portugiesisch – oder gleich auf Polnisch.“

Die Arena wird erbeben, egal in welcher Sprache.