Saarland: 6,5 millionen euro für sportstätten – aber nur für sechs projekte!
Ein Paukenschlag aus Berlin: Während 64 Sportvereine im Saarland auf Fördermittel gehofft hatten, winkt ihnen nach der ersten Ausschüttungsrunde des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ nur Ernüchterung. Lediglich sechs Projekte erhalten aus der „Sportmilliarde“ eine Finanzierung in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Ein Witz, findet auch Philip Hoffmann (CDU), der sich für den saarländischen Sport einsetzt.

Püttlingen als größter nutznießer
Das meiste Geld fließt nach Püttlingen, wo 4,1 Millionen Euro in das Sportzentrum investiert werden sollen. Doch auch andere Kommunen können sich freuen: Saarlouis-Fraulautern erhält Mittel für ein Multifunktionsgebäude, während in Erfweiler-Ehlingen der Sportplatz generalsaniert wird. Die Schützenhalle in Perl, der Kunstrasenplatz in Eppelborn-Wiesbach und der in Nonnweiler-Primstal profitieren ebenfalls von der Bundeshilfe.
Die Diskrepanz zwischen den eingereichten Anträgen und der tatsächlichen Förderung ist enorm. 64 Vereine hatten sich beworben, nur sechs wurden ausgewählt. Die „Sportmilliarde“ scheint im Saarland nur einen kleinen Kreis zu begünstigen. „Das war zwar absehbar, da die Nachfrage landesweit deutlich höher war“, so Hoffmann, „aber die geringe Zahl der Förderungen ist dennoch enttäuschend.“
Die Summen variieren erheblich: Von 250.000 Euro für den neuen Belag in Primstal bis hin zu 4,1 Millionen Euro für Püttlingen – die Bandbreite der Fördergelder spiegelt die unterschiedlichen Bedürfnisse der Vereine wider. Es bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Ausschüttungsrunden weitere saarländische Sportstätten berücksichtigt werden.
Doch die Probleme im Saarland gehen weiter: Die Sanierung des Lebacher Hallenbads verzögert sich aufgrund unerwarteter Bodenuntersuchungen, und die Bliestalhalle sowie die Saal Niederländer bleiben weiterhin geschlossen, da Brandschutzauflagen nicht erfüllt werden können. Der TV Altenkessel setzt indes auf Eigeninitiative und plant den Bau einer neuen Sporthalle in Eigenregie – ein Beispiel dafür, dass saarländische Sportvereine sich auch ohne staatliche Hilfe engagieren.
Die Entscheidung des Bundes wirft Fragen auf: Werden die verbleibenden Mittel fair verteilt, oder werden weitere saarländische Sportstätten leer ausgehen? Die Antwort wird zeigen, ob die „Sportmilliarde“ wirklich dazu beiträgt, die Sportstätten in Deutschland zu modernisieren und zukunftsfähig zu machen. Die Hoffnung auf weitere Fördergelder bleibt – aber die Realität ist hart.
