Saarbrücken verpasst späte punkte: hoffenheim ii schlägt zurück

Der 1. FC Saarbrücken verlässt die Region nicht mit leeren Händen, sondern mit leeren Blicken. Nach einem 2:3 in Hoffenheim bleibt die Erkenntnis: Auch wenn nichts mehr ansteht, tut eine Niederlage weh – besonders, wenn sie in der 88. Minute besiegelt wird.

Die erste hälfte gehört oskar hencke

Schon nach acht Minuten zeigt Hoffenheim II, warum die Reserve der Kraichgauer seit Wochen oben mitmischt. Luka Đurić zirkelt einen Pass, den man eher aus der Bundesliga kennt, und Hencke nimmt die Kugel volley – 1:0. Der FCS wirkt wie nach dem Aufstiegsgipfel gegen Mannheim noch im Hotelzimmer, nicht auf dem Platz. Keine Linie, keine Lücke, kein Plan. In der 22. Minute wieder Hencke, diesmal nach einem Abpraller, den Phillip Menzel lieber hätte ins Toraus kicken sollen. 2:0, fertig, dachten alle.

Die Gäste versuchen, das Spiel zu verlangsamen, aber sie verlieren sich in eigenen Fehlpässen. Zwischen den Strafräumen passiert nichts, was die 200 mitgereisten Anhänger wärmt. Die Uhr tickt, der Ball rollt, die Köpfe hängen.

Civeja wähnt sich im comeback, eduardo bremst den jubel

Civeja wähnt sich im comeback, eduardo bremst den jubel

Trainer Claus Costa wirft Tim Civeja ein, und der Mittelfeldspieler liefert ab. Erst nagelt er eine Hereingabe von Pick zum 1:2 unter die Latte (66.), dann stürmt er sich in der 86. Minute erneug frei – Elongo-Yombo legt auf, Civeja trifft. 2:2, Auswärtstribüne am Kochen, Pressekonferenz schon halb geschrieben.

Aber Hoffenheim II hat noch einen Joker. Yannik Eduardo, erst drei Minuten auf dem Feld, bekommt den Ball an der Strafraumkante, zieht ab, trifft. 3:2. Die Blau-Schwarzen bleiben mit gesenktem Haupt stehen, die Heimfans feiern, als ginge es um den Aufstieg. Für Saarbrücken bleibt nur die Erkenntnis: Selbst ohne Druck ist Fußball ein Spiel mit Messerschärfe.

Die Saison ist gerettet, das Selbstvertrauen bekommt einen kleinen Kratzer. Am Sonntag wartet das Saarlandpokal-Finale gegen den FC Homburg. Dort zählt wieder alles – und niemand wird an diesen Abend in Hoffenheim denken wollen.