Saarbrücken am abgrund: fans revoltieren nach havelse-pleite
Die Stimmung im Saarland ist alles andere als weihnachtlich: Nach der schmerzhaften 0:2-Niederlage beim TSV Havelse droht dem 1. FC Saarbrücken der Absturz in die Drittliga-Abstiegszone. Die Fans lassen ihrer Enttäuschung freien Lauf, und im Team herrscht offene Besorgnis.

Kapitän sontheimer spricht klartext: "das war nicht würdig!"
Die Kritik aus der Gästekurve war unmissverständlich, als der Schlusspfiff ertönte: "Ihr seid Saarbrücker, und ihr nicht!" – ein Ausdruck der Frustration über eine Leistung, die dem Verein und seinen Anhängern schaden könnte. Der FCS verpasste die Chance, sich im Kampf gegen den Abstieg entscheidend abzusetzen und muss nun erneut um seine Ligazugehörigkeit zittern.
Kapitän Patrick Sontheimer nahm die Schmährufe der Fans wortwörtlich auf. "Der Auftritt heute war dem 1. FC Saarbrücken nicht würdig," sagte er nach dem Spiel. Auch Trainer Argiros Giannikis zeigte sich enttäuscht. "Wir hatten eine Riesenchance, davonzueilen. Rechnerisch wäre es nicht durch gewesen, aber wir wollten Druck aufbauen. Da musst du einfach schärfer sein." Seine Worte unterstreichen die Dringlichkeit der Lage.
Die Havelse-Defensive ließ wenig zu, aber auch im Saarbrücker Angriff fehlte es an Durchschlagskraft. Dominic Baumann hatte zwar dreimal die Chance zum Anschlusstreffer, scheiterte jedoch an der Havelse-Abwehr. "Wir waren nicht kaltschnäuzig genug. Das war häufiger in dieser Saison so," kritisierte Sontheimer.
Giannikis warf seiner Mannschaft gar vor, sie hätte "zwei, drei, vier Stunden spielen können, wir hätten kein Tor gemacht." Eine drastische Aussage, die die Chancenverwertung des FCS in diesem Spiel verdeutlicht. Allerdings ließ die Abwehr des FCS ebenfalls zu wünschen übrig, als Leon Sommer und Lorenzo Paldino Havelse binnen sechs Minuten in Front schossen.
Die Saarländer ließen wichtige Punkte gegen Havelse liegen, eine Mannschaft, die zu Hause nicht zu den stärksten Teams der Liga gehört. "Es gibt keine sicheren Punkte, du musst jedes Spiel angehen wie gegen eine Top-Mannschaft," betonte Sontheimer. Mit nur acht Punkten Vorsprung vor den Abstiegsplätzen müssen die kommenden Wochen für den FCS entscheidend werden.
Am kommenden Samstag empfängt der FCS den TSV 1860 München zum Heimspiel. Sontheimer versprach eine gründliche Aufarbeitung der Havelse-Pleite. "Jeder muss sich an der eigenen Nase fassen. Aber ich kann versprechen, dass wir wieder aufstehen werden." Die Fans hoffen, dass der Kapitän Recht behält und der FCS den Abstiegskampf noch drehen kann.
Denn eines ist klar: Es liegt an der Mannschaft, die Wut der Fans in Leidenschaft zu verwandeln und den Rückschlag in einen neuen Schub zu nutzen.
