Rydzek und armbruster schreiben lahti-geschichte: bronze im ersten mixed-sprint

Lahti – 34-jähriger Routinier trifft 20-jähriges Ausnahmetalent: Johannes Rydzek und Nathalie Armbruster rissen 14 Teams in einem Rennen ohne Pace-Geber auseinander und fuhren als Dritte die erste Podestplatzierung für Deutschland im neuen Mixed-Teamsprint der Nordischen Kombination ein.

Von startplatz vier bis zur jubel-zone

Sprung, 120 m Anlauf, dann 2×5 km Lauf: Die beiden starteten nach soliden Weiten von 129 und 127 m mit 36 Sekunden Rückstand auf die Norweger. Auf der Loipe holten sie Runde um Runde zwölf Sekunden auf, weil Rydzek die ersten beiden Kilometer mit 2:48 min/km aufriss und Armbruster im Schlussspurt die letzten 300 m in 41 Sekunden abrasierte. Das reichte, um Finnlands Korhonen/Herola noch um 0,7 Sekunden zu schlagen.

Norwegens Dream-Team Jens Luraas Oftebro und Ida Marie Hagen ließ dem Feld keine Chance: 2:19 Minuten Vorsprung vor dem zweiten Wechsel, am Ende 1:16 Minuten zum nächsten Verfolger. Die Deutschen freuten sich trotzdem wie nach Olympia-Gold. „Ich war kurz vor dem Kollaps, aber ich wollte dieses Podest um jeden Preis“, sagte Armbruster mit zitternder Stimme ins ZDF-Mikro.

Geiger/loh bleiben außerhalb der punkteränge

Geiger/loh bleiben außerhalb der punkteränge

Vinzenz Geiger und Ronja Loh beendeten das Rennen auf Rang elf, 1:45 Minuten hinter den Siegern. Geiger, der bei der Premiere in Mailand gestürzt war, zeigte sich enttäusscht: „Wir wollten unter die Top-Acht, aber mein zweiter Sprung setzte uns zu weit zurück.“ Bundestrainer Eric Frenzel lobte trotzdem das Format: „Mixed schweißt zusammen, das gibt der Nordischen Kombination ein neues Gesicht.“

Die Entscheidung über Olympia 2030 steht offen. Die Internationale Ski-Föderation will bis 2027 wissen, ob die Disziplin weiterhin im Programm bleibt. Ein Podest für Deutschland vor heimischen Finnen dürfte dem Anliegen Auftrieb geben.

Dsv bangt um tannheimer

Dsv bangt um tannheimer

Schatten über dem Triumph: Wendelin Tannheimer zog sich beim Trainingssprung einen vorderen Kreuzbandriss plus Meniskusschaden zu. Der 22-Jährige fällt mindestens neun Monate aus. „Das ist hart, gerade als er sich in Top-Form befand“, sagte Teamarzt Dr. Jan-Christian Schönfeld. Die Saison der Nordischen Kombination geht nächste Woche nach Oslo, doch ohne Tannheimer.

Die Bilanz bleibt dennoch positiv: Mit Rydzek und Armbruster hat Deutschland ein Duo, das in den kommenden Jahren Medaillen verspricht. Und die Fans in Lahti bekamen ein Rennen, das selbst erfahrene Reporter ins Schwärmen bringt: 64 Sekunden Spannung, kein Meter Schonfrist. So klingt die Zukunft der Nordischen Kombination.