Rydzek schreibt lahti-märchen fort – kläbo fliegt zum 110. sieg
Coletta Rydzek tritt in Spuren, die sie selbst geprägt hat. Im finnischen Lahti sprintete die 26-Jährige am Freitag erneut aufs Podest – 0,84 Sekunden hinter dem schwedischen Doppelpack Jonna Sundling und Linn Svahn. Es war ihr fünfter Weltcup-Stockerl genau an diesem Ort, wo sie 2024 ihren einzigen Sieg feierte. Ein Déjà-vu mit neuem Geschmack.
Die schweden liegen, rydzek folgt
Die 1,2 Kilometer lügen nicht: Sundling setzte sich in 2:48,30 Minuten durch, Svahn schob sich auf Rang zwei. Rydzek blieb die Rolle der Verfolgerin, doch sie spielte sie mit der Routine einer Frau, die Lahti inzwischen besser kennt als ihre Heimatspur in Oberstdorf. Laura Gimmler, mit der sie in Milano 17 Tage zuvor Olympia-Bronze holte, landete auf Platz 14. Der Abstand zwischen Jubel und Verstecken: neun Sekunden.
Für Sofie Krehl endete der Tag mit gebrochenem Stock und gebrochenem Mut: Platz 28. Der Materialschaden war das kleinere Problem – der Zeitverlust das größere.

Kläbos irre zahl: 110
Während Rydzek ihr persönliches Kapitel schrieb, drehte Johannes Hösflot Kläbo das nächste im Buch der Langlauf-Geschichte. Der Norweger sammelte in Lahti seinen 110. Weltcupsieg – eine Marke, die längst ins Surreale driftet. Jan Stölben war als einziger Deutscher im Prolog noch mitgefahren, schied im Viertelfinale aus. Die deutsche Männer-Staffel blieb ohne Finalticket – und ohne Antwort auf die Kläbo-Maschine.
Die Zahl 110 ist kein Tippfehler. Sie ist ein Statement. Und sie wirft einen Schatten voraus auf die Heim-WM in Trondheim 2027. Dort will Kläbo nicht nur gewinnen – er will die Zählung neu erfinden.
Rydzek hat indes ein anderes Ziel: Lahti 2027 steht bereits rot im Kalender. Dann will sie nicht nur aufs Podest – sie will die Schweden schlagen. Die Uhr läuft schon.
