Rydzek knallt in lahti wieder aufs podest – sundling und svahn lassen schweden jubeln

Coletta Rydzek fühlt sich in Lahti offenbar wie im eigenen Wohnzimmer. Mit einer Attacke im letzten Hang sprintete die 26-Jährige am Freitag beim Weltcup-Sprint erneut auf Rang drei – 0,84 Sekunden hinter dem schwedischen Doppelschlag Jonna Sundling und Linn Svahn. Das Podest in Finnland ist für die Allgäuerin inzwischen so etwas wie ein Wintertradition: Fünf Mal stand sie hier schon auf dem Treppchen, 2024 sogar ganz oben.

Die schwedinnen machen die vorgabe – rydzek hängt sich rein

Sundling setzte nach 1,4 Kilometern in 3:36,92 Minuten den Maßstab, Svahn schob sich mit 17 Hundertstel Rücklage auf Platz zwei. Rydzek blieb das Tempo bis zur Zielgerade im Nacken, ließ dann aber in der letzten Kurve etwas Luft. Die Bilanz: Schweden-Doppelsieg, Deutschland wieder Bronze – ein Déjà-vu nach Olympia, nur dass diesmal Laura Gimmler mit Platz 14 und Sofie Krehl (28. nach Stockbruch) außerhalb der Medaillenränge blieben.

Bei den Männern kam Jan Stölben als einziger Dutscher noch ins Viertelfinale, scheiterte dort aber. Johannes Hösflot Kläbo kassierte seinen 110. Weltcup-Sieg – Rekord, aber kaum noch eine Schlagzeile.

Lahti bleibt rydzeks glücksstätte – und das feld weiß es

Lahti bleibt rydzeks glücksstätte – und das feld weiß es

Die Oberstdorferin hatte hier vor zwölf Monaten ihren bisher einzigen Weltcup-Sieg gefeiert. Seitdem trägt das finnische Schneepflaster für sie fast Heimvorteil: „Ich weiß nicht, was mit mir passiert, wenn ich in Lahti an den Start gehe. Die Loipe scheint mir zu liegen, die Stimmung pusht“, sagte sie nach dem Rennen verschwitzt, aber sichtlich happy. Die Konkurrenz schaut auf: Sundling zog trotz Sieg die Augenbrauen hoch: „Coletta ist hier einfach schnell. Wir rechnen fest mit ihr.“

Die Zahlen sprechen für sich: Fünf Podeste, ein Sieg, durchschnittlich 0,7 Sekunden Rückstand pro Sprint – das macht Lahti zur effizientesten Destination des deutschen Teams. Bundestrainer Stefan Kelber nickte: „Wenn wir die Saison in Finnisch-Lappland ausrichten würden, hätten wir schon öfter Edelmetall.“

Nächster Stopp: Falun. Dort will Rydzek den Schweden zeigen, dass ihr Tempo nicht nur an einem Ort funktioniert. Die Prognose: Mit diesem Selbstvertrauen dürfte sie auch in Schweden bald wieder ganz vorne mitmischen.