Rwo oberhausen: kampfgeist trotz ausblick auf die regionalliga
Rot-Weiß Oberhausen hat am Dienstagabend zwar nur ein 1:1 beim Bonner SC erkämpft, doch die Hoffnung auf den Aufstieg in die 3. Liga schwindet zusehends. Während die Mannschaft bis zum Schluss kämpfen will, rückt die Realität der wahrscheinlich bevorstehenden Saison in der Regionalliga West immer näher – ein Szenario, das die Fans zunehmend verunsichert.

Kevin kratzsch: konstanz im kasten
Trotz der schwierigen Lage gibt es auch positive Signale: Torwart Kevin Kratzsch wird auch in der kommenden Saison das Gehäuse der Kleeblätter hüten. Seine Leistungen waren in dieser Saison stets solide und bieten eine gewisse Stabilität in einer ansonsten turbulenten Saison.
Die mathematische Möglichkeit, Fortuna Köln noch einzuholen, besteht zwar theoretisch noch, doch die sieben Punkte Rückstand bei nur noch drei ausstehenden Spielen machen die Aufgabe nahezu unmöglich. Dass die Oberhausener ihre Chance nutzen wollen, hat das Team immer wieder betont, doch die jüngsten Ergebnisse lassen Zweifel aufkommen. Ayman Aourir, der Torschütze des Abends, brachte es auf den Punkt: „Als Fußballer lernt man, immer zu kämpfen, solange etwas möglich ist. Wir machen also weiter.“
Personelle Engpässe belasten die Mannschaft. Gegen Bonn konnte Trainer Sebastian Gunkel nur fünf Feldspieler auf der Bank begrüßen, darunter drei Spieler aus der U19. Die zahlreichen Ausfälle, darunter auch die von Pierre Fassnacht und Phil Sieben, führten dazu, dass der erfahrene Moritz Stoppelkamp über die volle Distanz zum Einsatz kam. Der 39-Jährige bewies dabei, dass er trotz seines Alters noch immer eine wichtige Stütze sein kann, indem er die Vorlage zum Tor lieferte.
Am kommenden Samstag steht das Duell gegen den Zweitligisten VfL Bochum II an. Drew Murray und Alexander Mülling stehen dem Team dann zumindest wieder zur Verfügung. Die Stimmung im Kader ist trotz der schwierigen Situation alles andere als resigniert, doch im Umfeld des Vereins macht sich Unmut breit. Die Chance auf den Aufstieg war in dieser Saison größer als in den letzten 14 Jahren, in denen RWO in der Regionalliga West verbracht hat.
Die Zukunft des Teams ist derzeit ungewiss. Interne Umwälzungen in der Verantwortlichkeit und Zuständigkeit, insbesondere durch die Verpflichtung von Tanju Öztürk, werfen weitere Fragen auf. Der Ex-Profi, dessen Vertrag unter mysteriösen Umständen verlängert und kurz darauf wieder aufgelöst wurde, soll nun als Scout und Kaderplaner tätig werden. Diese Personalie wird zwar grundsätzlich begrüßt, doch die Rolle von Dennis Lichtenwimmer-Conversano, der nur nebenberuflich im Verein tätig ist, bleibt unklar.
Die Frage der Drittliga-Lizenz stellt ebenfalls ein Problem dar. Der positive Bescheid des DFB war zwar eingegangen, wurde jedoch mit diversen Anmerkungen hinsichtlich der wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bedingungen versehen. Präsident Marcus Uhlig zeigt sich zuversichtlich, die Frist bis zum 3. Juli einhalten zu können, doch die Tabellensituation lässt vermuten, dass die Dringlichkeit geringer ist. Die Probleme bleiben jedoch bestehen. Die Kleeblätter stehen vor einer ungewissen Zukunft, in der der Kampfgeist zwar ungebrochen scheint, die Realität aber eine bittere Pille ist.
