Rwe schnappt sich platz 2 und schreibt rekordgeschichte

Essen – Nach vier Siegen am Stück schlägt Rot-Weiss Essen beim FC Viktoria Köln 2:1 und rückt erstmals seit dem Aufstieg 2022 auf einen direkten Bundesliga-Fahrplan vor. Die 61. Liga-Tore der Saison sind Vereinsbestmarke, der Trainer erschrickt vor seinen eigenen Zielen.

Doppelschlag nach zehn minuten

Dickson Abiama trifft in der 10., Lucas Brumme in der 12. Minute. Köln kommt durch einen Handelfmeter heran, doch ab da kontrolliert RWE das Tempo, spielt die Uhr herunter und feiert am Ende mit 2.500 mitgereisten Anhängern. Brumme: „Wir wussten, dass wir heute drei Punkte holen müssen, und das haben wir getan.“

Die Zahlen sprechen für sich: 61 Tore, 41 Punkte, Platz 2 – alles Rekordwerte seit der Wiedergründung der 3. Liga. Trainer Uwe Koschinat streckt nach Schlusspfiff zwei Finger in Richtung Kurve, als müsse er sich selbst beweisen, dass der Traum Realität ist. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt er und lacht dabei, als hätte er sich selbst ertappt.

Koschinat schockiert sich selbst

Koschinat schockiert sich selbst

Zwischen den Zeilen klingt an, dass der 54-Jährige intern ambitioniertere Ziele formuliert hat, als er öffentlich zugibt. „Manchmal erschrecke ich mich vor unseren unfassbar ehrgeizigen Zwischenzielen“, gesteht er. Die Mannschaft habe „eine tolle Antwort“ gegeben, nachdem nach Osnabrück (0:3) und Rostock (2:3) schon alle das Ende der Aufstiegshoffnung besiegelten.

Das Geheimnis: schonende Analyse, gemeinsame Sprache, unbedingter Siegeswille. „Wir verlieren auch in schwierigen Phasen nicht den Glauben an uns“, sagt Koschinat. Die Folge: vier Siege, zwölf Punkte, ein Torverhältnis von 8:2.

Derby gegen duisburg liegt noch fern

Derby gegen duisburg liegt noch fern

Am Karsamstag empfängt RWE den MSV Duisburg – ausverkauft, hitzig, mit Brisanz. Koschinat warnt schon jetzt vor zu früher Emotion. „Das Derby dürfen wir noch nicht emotionalisieren“, sagt er. Die Länderspielpause nutzt er, um Akkus zu laden und die Spieler vor Medienrummel zu schützen.

Lucas Brumme blickt trotzdem nach vorn: „Es ist schön, mit dieser Tabellensituation in die Pause zu gehen.“ Und er weiß: Wer so trifft wie RWE, darf träumen. 61 Tore in 27 Spielen – das schaffte noch keine Essener Mannschaft in der 3. Liga. Die nächste Chance, den Rekord zu erweitern, folgt am 29. März im Derby. Dann wird der Sportpark an der Hafenstraße kochen.