Russell zündet mercedes-rakete und lässt verstappen im kiesbad stehen

George Russell fegt mit der neuen Mercedes-Ära durch Melbourne und schnappt sich die Pole – während Max Verstappen nach zwölf Minuten im Q1 mit zertrümmertem Red Bull im Kies liegt und erstmals seit 2015 komplett vorne wegbricht.

0,824 Sekunden. So viel fehlte auf Isack Hadjar, bis dahin als Hoffnungsträger der Franzosen gefeiert. Der 21-Jährige stemmt sich in seinem ersten Qualifying für Red Bull auf Rang drei – und gibt schon vor dem Start auf. „Sie sind einfach weg“, sagt er über Mercedes, „ich will nur nicht zurückfallen.“

Kimi antonelli stört den silberpfeil-festzug nicht

Andrea Kimi Antonelli, 19, macht den 1-2 perfekt. Der Italiener, von der F2 direkt in den Mercedes-Feuerstuhl versetzt, fährt mit 0,312 Sekunden Rückstand die zweitbeste Zeit – und lächelt wie ein Kind, das gerade den Schlüssel zum Süßwarenladen bekommen hat. „Das Auto ist ein Spielzeug auf Höchstgeschwindigkeit“, sagt er. Kein Werbesatz, sondern pure Beobachtung.

Die Konkurrenz schaut in die Röhre. Ferrari und McLaren liegen abgeschlagen auf den Plätzen vier bis sieben, Lewis Hamilton im zweiten Ferrari nur Siebter. Die Strom-Turbos von Mercedes scheinen die neue Hybrid-Ära schon im Winter verstanden zu haben – während die anderen noch am Kabelsalat basteln.

Und dann der Moment, der die Session auf die Kopfstütze stellt: Verstappen rast in die Rechts-Kurve vor der Flugfeld-Geraden, das Heck bricht weg, der Red Bull rutscht wie auf Eis. Einschlag, Staubwolke, Session vorbei. „Das Auto hat verdammt noch mal blockiert“, flucht der Niederländer im FIA-Mikrofon. Startplatz 20. Die Titelfront ist nach einem einzigen Qualifying schon wieder offen.

Audi schrammt an q3 vorbei – und lacht trotzdem

Audi schrammt an q3 vorbei – und lacht trotzdem

Nico Hülkenberg wird Elfter, acht Hundertstel fehlen. Gabriel Bortoleto rutscht als Zehnter noch durch – und schon jetzt ist klar: Die Ingolstädter werden kein Jahr verplempern. „Wir wollten Punkte, nicht Tränen“, sagt Teamchef Jonathan Wheatley. Die neue Power-Unit liefert 48 Prozent E-Anteil – mehr als jeder andere Motor im Feld.

Morgen um 7:00 Uhr deutscher Zeit geht’s los. Dann zeigt sich, ob Mercedes’ Rakete auch über Distanz brennt – oder ob Verstappen vom letzten Platz doch noch die große Revanche startet. Eins steht fest: Die Formel 1 ist wieder ein Rennserie, keine Prozession. Und Melbourne kocht bei 28 Grad Schatten.