Roubaix-drama: colbrelli blickt zurück – van der poel zum favoriten!
Sonny Colbrelli, der Held von Paris-Roubaix 2021, blickt zurück auf ein traumatische Erfahrung und eine lange Reise der Akzeptanz. Der italienische Ausnahmeathlet, der aufgrund von Herzproblemen ein Jahr später zurücktreten musste, kehrt nun als Zuschauer zurück – und verrät, warum er Mathieu van der Poel als den wahrscheinlichsten Sieger sieht.
Die narben bleiben: colbrellis kampf mit dem trauma
Die Erinnerung an den Sieg in Roubaix ist noch lebendig, doch die anschließende Zwangspause und die Angst vor einem erneuten Vorfall haben tiefe Wunden hinterlassen. „Es hat lange gedauert, bis ich mich mit dem Geschehenen abgefunden hatte“, gesteht Colbrelli in einem exklusiven Interview. „Es war schwer, das Rennen überhaupt anzusehen. Aber jetzt habe ich mich innerlich darauf vorbereitet.“

Van der poel im fokus: der favorit und seine stärken
Während Colbrelli die Vergangenheit hinter sich lässt, richtet sein Blick voller Respekt auf Mathieu van der Poel. „Ich sage ganz offen: Van der Poel ist mein Favorit“, erklärt der ehemalige Champion. „Er hat im Flämischen Klassiker bewiesen, dass er auf den ruppigen Abschnitten seinesgleichen sucht. Seine Motivation ist enorm, niemand hat jemals vier Rennen in Folge gewonnen – das ist ein gewaltiger Anreiz.“
Auch der deutsche Fahrer Nils Politt und andere Anwärter auf den Sieg haben gute Chancen, doch Colbrelli hebt die besonderen Fähigkeiten des Niederländers hervor. „Pogacar hatte im Fiandre die besseren Karten, aber Roubaix ist eine andere Hausnummer. Die Kurzdistanz und der unerbittliche Kampf auf dem Pflaster spielen Van der Poels Stärken in die Hand.“

Ganna und die neue strategie: ein wendepunkt?
Filippo Ganna könnte seinerseits mit seinem Sieg im „À Travers les Hauts-de-France“ einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht haben. „Der Sieg in Belgien ist kein Zufall“, betont Colbrelli. „Es zeigt, dass Ganna seine Vorbereitung perfekt abgestimmt hat. Er verfügt über die nötige Kraft und Technik, um in Roubaix mithalten zu können.“ Doch ob diese Formspritze ausreicht, um mit den Top-Favoriten zu konkurrieren, bleibt abzuwarten.
Colbrelli selbst hat das Radsportgeschäft verlassen und betreibt nun ein Fahrradverleihgeschäft am Gardasee. Er blickt mit Wehmut, aber auch mit Zuversicht in die Zukunft. „Ich habe gelernt, dass das Leben weitergeht. Es gibt immer neue Möglichkeiten, seine Leidenschaft auszuleben – auch abseits des Rennrads.“
Ein Blick zurück auf den historischen Sieg: Das Stück Pflaster als Erinnerung
Colbrelli bewahrt den Trophäe, das Trikot und das schlammbedeckte Fahrrad als unvergessliche Erinnerungen an seinen Triumph. „Ich habe es gesehen, wie Johan Museeuw, dreifacher Roubaix-Sieger, auf Social Media über seine Fahrt auf dem Pflaster berichtete und dabei meine Namensplakette im Velodrom entdeckte. Das zeigt, wie tiefgreifend dieser Tag für den Radsport war.“
Die 123. Auflage des Rennens verspricht ein spannungsgeladenes Spektakel zu werden. Doch für Sonny Colbrelli steht fest: Er hat Frieden geschlossen – und blickt voller Vorfreude auf das Rennen, das ihn einst zum Helden machte.
