Roubaix-drama: colbrelli blickt zurück, van der poel im fokus
Sonny Colbrelli, der Held von Roubaix 2021, hat sich mit dem Schicksal seiner Karriere auseinandergesetzt. Nach seinem schweren Herzinfarkt und dem frühen Rücktritt blickt der Italiener nun mit neuen Augen auf das Monument des Radsports. Und während er selbst am Fernseher sitzt, buhlt Mathieu van der Poel um den vierten Sieg in Serie – eine Leistung, die bisher unerreicht ist.
Die narben des schicksals: colbrellis kampf
Die Erinnerung an den Sieg in Roubaix 2021 ist für Sonny Colbrelli noch immer lebendig, doch sie ist von einem bitteren Nachgeschmack begleitet. Der Herzinfarkt im darauffolgenden Jahr zwang ihn zu einem abrupten Abschied vom Profi-Radsport. „Es hat lange gedauert, bis ich mich mit dem Gegebenen abgefunden hatte. Ich konnte das Rennen einfach nicht ansehen“, gesteht Colbrelli in einem Interview. Doch die Zeit heilt, wie er selbst feststellt: „Jetzt bin ich bereit.“

Van der poel: der unangefochtene könig des pavé?
Die diesjährige Paris-Roubaix verspricht ein Spektakel zu werden. Mathieu van der Poel, der amtierende Champion, gilt als der Top-Favorit. Er strebt nach einem historischen vierten Sieg in Folge – eine Leistung, die in der Geschichte des Rennens noch keiner erreicht hat. „Ich hatte bei der Flandernrundfahrt Pogacar auf meiner Liste, weil das Profil besser zu ihm passt“, erklärt Colbrelli. „Aber Roubaix ist Van der Poels Terrain.“
Neben Van der Poel sind auch andere Fahrer wie Pogacar, Ganna und Van Aert ernstzunehmende Konkurrenten. Ganna könnte mit seinem Erfolg bei der „À Travers les Hauts-de-France“ einen entscheidenden Vorteil haben, doch die Rennen entscheiden sich oft im Detail – wie Colbrelli mit seiner eigenen Erfahrung weiß.
Colbrellis WM-Trophäe: Ein Denkmal im Aquagranda
Der Triumph von 2021 hat Colbrelli in die Annalen des Radsports eingebracht. Er erinnert sich noch genau an den Moment, als er das Rennen gewann: „Ich erinnere mich an alles, vom Weckruf bis zum Schlafengehen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Moment, als ich auf dem Podest stand und den Pokal in den Händen hielt.“ Der Pokal, das Trikot und sogar sein schlammverschmiertes Fahrrad sind in der Aquagranda, einem Wasserpark in Livigno, ausgestellt – ein Denkmal für seinen historischen Sieg.
Colbrelli hat seinen Fokus nun auf ein neues Kapitel in seinem Leben gerichtet. Er hat sich mit weiteren Investoren ein Fahrradgeschäft in Salò gegründet, das neben dem Verleih auch geführte Touren anbietet. „Die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber das Leben geht weiter“, sagt er. Und wer weiß, vielleicht kehrt er eines Tages als Sportdirektor in den Profi-Radsport zurück.
Die diesjährige Roubaix wird zeigen, ob Van der Poel seine Dominanz fortsetzen kann. Doch für Sonny Colbrelli ist es in erster Linie ein Tag der Versöhnung – ein Tag, an dem er sich wieder mit dem Sport verbinden kann, der ihm einst so viel Freude bereitet hat. Die Stärke eines Champions liegt nicht nur in seinen Siegen, sondern auch in seiner Fähigkeit, nach Niederlagen wieder aufzustehen.
